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    Labrador für Einsteiger: Tipps für die kanadische Wildnis

    Urlauber, die zum ersten Mal nach Kanada reisen, fahren nicht nach Labrador. Diese unwirtliche Provinz am Nordatlantik - gegenüber von Grönland - hebt man sich für später auf. Davon träumt man erst mal - bis man reif ist für diese «Last Frontier»-Gegend.

    Provinz Labrador
    Spektakuläre Landschaft: Die Provinz Labrador ist eine absolute Last-Frontier-Gegend.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism/Barrett & MacKay Photo - dpa

    L'Anse-Amour (dpa/tmn) - Es ist schon ziemlich einsam in Labrador, das wird auf der Fahrt durch die Tundra-Landschaft klar. Was, wenn jetzt auf der endlosen Schotterpiste ein Reifen platzt?

    Point Amour
    Point Amour heißt der Leuchtturm nahe L'Anse Amour. Er funktioniert mittlerweile automatisch, das Leuchtturmwärterhäuschen steht deshalb für Touristen offen.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism/Bar - dpa

    Vermutlich trifft man eher auf ein Rentier als auf einen der 28 000 Einwohner. Denn die verteilen sich auf eine riesige Fläche, so groß wie Deutschland ohne Bayern. Fünf Tipps für Labrador-Einsteiger:

    Valarie O'Brien
    Valarie O'Brien führt Besucher durch den historischen Leuchtturm Point Amour.
    Foto: Daniela David - dpa

    IM POINT AMOUR LIGHTHOUSE LABRADOR-TEE TRINKEN

    Herstellung von Labrador-Tee
    Aus getrockneten Blättern wird der besonders milde Labrador-Tee hergestellt.
    Foto: Daniela David - dpa

    Alte Wrackteile liegen verstreut am Ufer nahe dem Dorf L'Anse-Amour im Süden von Labrador. Der Nebel wurde vielen Schiffen zum tödlichen Verhängnis. «Point of death, Ort des Todes, nennen wir diese enge Eingangsstelle zum Sankt-Lorenz-Golf», sagt Valarie O'Brien, die Touristen durch den historischen Leuchtturm führt. Der wiederum heißt Point Amour, ganz verführerisch. Richtig gemütlich wird es, als Valarie milden Labrador-Tee aus selbst gesammelten Blättern kredenzt. «Dieser Kräutertee besteht aus wilden Grönland-Porsts, einer Art Rhododendron», erklärt sie, «den tranken schon die Inuit, die Ureinwohner.»

    Wanderweg an der Küste
    Ein 110 Kilometer langer Wanderweg führt an der Küste entlang: Eisberge sieht man bei einer Wanderung eigentlich fast immer.
    Foto: Daniela David - dpa

    WALE UND EISBERGE BEOBACHTEN

    Eisberg
    Eisberg in Sicht: Auf einer eigenen Homepage kann man sich sogar darüber informieren, wo sie sich gerade befinden.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism - dpa

    Labrador ist einer der besten Orte weltweit, um Wale und Eisberge zu beobachten. Wer großes Glück hat, bekommt beides gleichzeitig vor die Linse. Das geht sogar vom Land aus. Auf dem «Labrador Pioneer Footpath» führen rund 110 Kilometer markierter Wanderweg an der Küste entlang. Da heißt es: einfach nur Augen auf! «Oder man informiert sich auf icebergfinder.com über die aktuelle Position von Eisbergen», erklärt Carmen Hancock. Die Kanadierin organisiert Outdoor-Touren. Eine Bootstour zu Eisbergen und Walen gehört zu einer ersten Labrador-Reise einfach dazu. «Ahs!» und «Ohs» sind garantiert. Oder aber, es verschlägt einem demütig die Sprache, wenn das Boot an die schwimmenden Berge aus Jahrtausende altem Eis herantuckert.

    Ehemaliger Basken-Hafen Red Bay
    Der ehemalige Basken-Hafen Red Bay gilt als einer der besterhaltenen in der Neuen Welt.
    Foto: Daniela David - dpa

    DEN HAFEN DER BASKISCHEN WALFÄNGER RED BAY BESUCHEN

    Phillip Bridle
    Phillip Bridle erklärt Besuchern, wie in der Red Bay im 16. Jahrhundert baskische Walfänger lebten.
    Foto: Daniela David - dpa

    Den weiten Weg von Europa kamen die Basken zum Walfang in die Red Bay an der Küste Labradors jeden Sommer von 1530 bis 1610. Viel ist von den baskischen Walfängern heute nicht mehr zu sehen. Dennoch gilt der ehemalige Basken-Hafen als einer der besterhaltenen in der Neuen Welt. Archäologen haben sogar Kleidungsstücke aus dem 16. Jahrhundert ausgegraben, die im Museum der Unesco-Stätte ausgestellt sind. «1000 Basken fingen insgesamt 25 000 Wale und verarbeiteten sie in diesem Hafen zu Walöl für Lampen in Europa», sagt Phillip Bridle auf seiner Führung rund um die Bucht.

    Provinz Labrador
    In der ganzen Provinz Labrador - so groß wie Deutschland ohne Bayern - leben nur 28 000 Menschen.
    Foto: Daniela David - dpa

    IN BATTLE HARBOUR WIE AM ENDE DER WELT ÜBERNACHTEN

    Eisbären
    Aufregende Begegnung: Auch Eisbären sind in Labrador anzutreffen.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism/Barrett & MacKay Photo - dpa

    Das ehemalige Fischerdorf Battle Harbour zählt in Kanada zu den «Einmal-im-Leben-Reisezielen». Die Anreise ist sehr aufwendig - Flug, Auto, Fähre. «Seit dem 18. Jahrhundert fingen Fischer hier Kabeljau im großen Stil», erläutert Daphne Smith und zeigt Fischerei-Gerätschaften von damals. Alles ist noch original erhalten. «Und mein Großvater war einer von ihnen.» Nach dem Kabeljau-Moratorium von 1992 verließen die Bewohner die Insel. Eine gemeinnützige Stiftung übernahm einige Gebäude und restaurierte sie. Nun nächtigen Touristen in den Häusern. Ohne Handyempfang, dafür mit Walen vor der Haustür.

    Battle Harbour
    Das ehemalige Fischerdorf Battle Harbour wird heute von einer Stiftung am Leben erhalten.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism/Barrett & MacKay Photo - dpa

    VOM ABENTEUER IN DER TORNGAT-WILDNIS TRÄUMEN

    Torngat Mountains National Park
    Nach dem Einsteigerprogramm: Der Torngat Mountains National Park bietet arktisches Klima ohne Luxus, aber zu Luxus-Preisen.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism/Barrett & MacKay Photo - dpa

    Ist das Einsteigerprogramm im Süden von Labrador absolviert, lässt es sich vom schwer zugänglichen, noch einsameren Norden der Provinz träumen: Es ist der Traum vom Torngat Mountains National Park - letzte Grenze der Zivilisation vor dem ewigen Eis. Das Basecamp ist nur mit dem Hubschrauber erreichbar. High-End-Tourismus im arktischen Klima, ohne Luxus, aber zu Luxus-Preisen.

    Kanada/Labrador

    Basecamp des Torngat National Parks
    Grenze der Zivilisation: Das Basecamp des Torngat National Parks ist nur mit dem Hubschrauber erreichbar.
    Foto: New Foundland & Labrador Tourism - dpa

    Lage: Labrador ist der nördliche Teil von Neufundland und Labrador, der östlichsten Provinz Kanadas. Mit der Fähre ist Labrador von Neufundland (St. Barbe via Blanc Sablon) aus zu erreichen.

    Reisezeit: Die beste Reisezeit für Labrador ist von Juni bis September, für Eisberg-Beobachtungen von Mai bis Anfang Juli, für Wale von Mitte Mai bis September. Battle Harbour ist von Mitte Juni bis September geöffnet.

    Sprache: In der Provinz wird in erster Linie Englisch gesprochen.

    Informationen: Newfoundland and Labrador Tourism, P.O. Box 8700, 2nd Floor West Confederation, Building St. John's, NL, A1B 4J6, Canada, E-Mail: contactus@newfoundlandlabrador.com.

    Informationen für Touristen

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