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Kritik: Zwischen FantasyFilm und Pubertätsdrama

James Matthew Barries Theaterstück «Peter Pan» ist seit seiner Weltpremiere vor genau 100 Jahren ein Dauerbrenner. Mit Peter Pan, dem Jungen, der nicht erwachsen werden will und es vorzieht, in seiner Zauber- und Märchenwelt Neverland Kindheitsträume in einer Endlosschleife zu wiederholen, schuf Barrie eine immer wieder neu interpretierte Figur. In einer aufwendigen Neuverfilmung kehrt er nun in die Kinos zurück.

Lady Di's letztem Freund Dodi Al Fayed gewidmet

Seit seiner Entstehung ist Barries Stück bereits mehrfach verfilmt worden. Schon sein Freund Charlie Chaplin hatte Interesse an einer Leinwandadaption bekundet, doch aus dem Projekt wurde nichts. Nach Walt Disney ließ sich Steven Spielberg von dem Thema faszinieren und setzte es in einer stark variierten Version in seinem Film «Hook» (1991) um. Jetzt hat sich PJ Hogan des Stoffes angenommen. Produzent ist Mohammed Al Fayed, der Vater des mit Prinzessin Diana tödlich verunglückten Dodi Al Fayed, dem der Film gewidmet ist. Gedreht wurde in Australien.

Laut, üppig und teuer

PJ Hogans Version ist laut, üppig und teuer. Es wird nicht an digitalen Tricks und Tempo gespart. Der Film wechselt hektisch zwischen einzelnen Erzählsträngen, wohl um den Rhythmus zu beschleunigen. Tatsächlich aber wird auf diese Weise die Entstehung von Atmosphäre verhindert: Peter Pan fliegt und zaubert hier so schnell wie noch nie. Doch die Magie kommt aus der Konserve, der Funke springt nicht über.

Wendy bleibt als die Glücklichere zurück

Hinzu kommt das unentschiedene Schwanken zwischen Fantasyfilm und Pubertätsdrama. Auf der einen Seite drängt die Dramaturgie von einer Kampf- und Zauberszene zur nächsten, auf der anderen Seite wird noch eine andere Geschichte miterzählt: die vom Erwachsenwerden der beiden Hauptfiguren Peter (Jeremy Sumpter) und Wendy (Rachel Hurd-Wood). Wendys vergeblicher Wunsch, Peter aus seiner ewigen Kindheit zu befreien, gibt dem Film einen melancholischen Unterton. Für immer ein Kind zu bleiben, erscheint in dieser Pan-Version allerdings als weitaus betrüblicher. Wenn Pan zum Schluss nach Neverland entschwindet, ist das kein Flug in die Freiheit, sondern ein trauriger Abschied, bei dem Wendy als die Glücklichere zurückbleibt.

Peter Pan verliert seine Unschuld – fast

Peter Pan hat in diesem Film seine Unschuld – fast – verloren. Zwischen ihm und Wendy deutet sich der Beginn einer Liebesgeschichte an. Erwachsene Regungen anderer Art kennzeichnen die Nebenfiguren. Pans hilfreiche Fee Tinkerbell, hinreißend gespielt von Ludivine Sagnier, ist ein Ausbund von tödlicher Eifersucht. Unloyal schlägt sie sich gelegentlich auf die Seite von Pans Feind Captain Hook. Hook, der andere mit seinem eigenen Gift, einer Mischung aus «Neid, Bosheit und Enttäuschung», umbringen will, versucht, Wendy Peter Pan zu entreißen.

Neverland ist kein reines (Kinder)Paradies

Gespielt wird Hook von Jason Isaacs, der als Lucius Malfoy in «Harry Potter» bekannt wurde und in einer Doppelrolle zugleich Wendys Vater, einen gehemmten Bankangestellten, verkörpert. In diesem Film ist Peter Pans Neverland kein reines (Kinder)Paradies, sondern eine Welt voller Fallstricke. Schade nur, dass diese Lesart im Getöse der technischen Effekte fast verloren geht.

dpa

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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