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    Kritik: Zwei Minuten Demis Busen, 115 Minuten Langeweile

    Frankfurt/M (AP) Demi Moore ist gerne Mutter, gerne energisch und gerne nackt. Folgerichtig bot sich Hollywoods derzeit höchstdotierter weiblicher Star als Idealbesetzung für den von Andrew Bergman geschriebenen und inszenierten Film "Striptease" an, der am 15. August in die deutschen Kinos kommen wird.

    Wer schon immer einmal etwas ausführlicher den chirurgisch in Form gebrachten Prachtbusen der Ehefrau von Bruce Willis auf der Leinwand bewundern wollte, kommt eventuell auf seine Kosten. Denn die besagten Körperteile werden zusammengerechnet 120 Sekunden entblößt. Die restlichen 115 Minuten verstreichen eher zähflüssig.

    "Striptease" erzählt eine Geschichte, in der Sex, Politik, Gesellschaftskritik, Mord und Rührseligkeit zum schwerflüssigen Cocktail gemixt sind. Doch wer zuviel will, erreicht oft besonders wenig. Und das trifft auch auf "Striptease" zu. Offenbar konnte oder wollte sich Bergman nicht entscheiden zwischen den Genres Familiendrama, Thriller oder Erotikkomödie. Das aber hätte er besser tun sollen, denn so entwickelt sich eine sehr absehbare Handlung ohne überzeugende dramaturgische Struktur.

    Demi Moores schauspielerische Mittel sind - im Gegensatz zu ihren körperlichen Reizen - einmal mehr zu gering, um dem Streifen wenigstens einen darstellerischen Schwerpunkt zu verleihen. Da ist der Auftritt des unverwüstlichen Hollywood-Machos Burt Reynolds schon von ganz anderem Kaliber. Reynolds präsentiert sich nicht nur mit neuem Toupet, sondern auch mit toller Spiellaune in der Rolle eines ebenso lüsternen wie korrupten Politikers, der hinter der attraktiven Nackttänzerin her ist. Die hat ihn nämlich mit ihrem Auftritt in einer Striptease-Bar so beeindruckt, daß er vor sexueller Begierde wie von Sinnen ist.

    Der nicht gerade für subtile Schauspielkunst, aber für erotische Unersättlichkeit bekannte Reynolds parodiert sich selbst mit Genuß. Wenn er mit Inbrunst an dem aus der Waschmaschine entwendeten Slip der Angebeteten herumschnüffelt und damit seinen Assistenten fast in den Wahnsinn treibt, hat auch ein eiskalt auf große Kinokasse kalkulierter Streifen wie "Striptease" einen kleinen Höhepunkt. Was ansonsten abläuft, lohnt nur bedingt den Kauf einer Eintrittskarte. In den USA war der Film weder der erhoffte große Erfolg noch allerdings der von vielen vorausgesagte Totalflop. In den deutschen Kinos dürfte es ihm nicht anders ergehen.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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