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    Kritik: Wolfgang Petersens "Air Force One"

    Hamburg (dpa) - Ausgestattet mit einer luxuriösen Suite, mehreren Konferenzräumen und zwei Bordküchen, in denen exquisite Mahlzeiten zubereitet werden können, ist die "Air Force One" eines der komfortabelsten Verkehrsflugzeuge der Welt. Als fliegendes Büro dient sie dem amerikanischen Präsidenten bei seinen Reisen um die Welt. Die Sicherheitseinrichtungen an Bord sind der Wichtigkeit des Passagiers angemessen: Modernste Abwehrmaßnahmen ermöglichen es der Maschine sogar, selbsttätig einem Raketenangriff auszuweichen.

    Doch bei Wolfgang Petersens Action-Thriller kommt der Feind von Innen. Gekonnt und spannend inszeniert, aber auf einem etwas abenteuerlichen Drehbuch basierend, zeigt "Air Force One" Harrison Ford als amerikanischen Präsidenten James Marshall in seinem Kampf gegen die russischen Kidnapper seiner Maschine. Der kalte Krieg ist lange vergessen: Hand in Hand arbeitend, gelingt es amerikanischen und russischen Spezialkräften, General Radek (Jürgen Prochnow), den von beiden Seiten gefürchteten Militärführer Kasachstans, ins Moskauer Gefängnis zu bringen.

    Gemeinsam feiern James Marshall und die russische Regierung in Moskau den gelungenen Coup. Doch der Rückflug nach Washington verläuft diesmal nicht nach Plan: Als Journalisten getarnt bringen Terroristen die "Air Force One" in ihre Gewalt und fordern die sofortige Freilassung Radeks. Mit allem haben sie gerechnet, nicht aber mit einem Präsidenten, der die Rückeroberung der Maschine selbst in die Hand nimmt. Anstatt in einer Rettungskapsel das Flugzeug zu verlassen, versteckt sich Marshall im Laderaum des Flugzeuges. Es gelingt ihm, einen Großteil der Geiseln per Fallschirm aus dem Flugzeug zu evakuieren, doch schließlich wird er von den Terroristen aufgespürt und gefangengenommen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

    Wolfgang Petersen, der sich mit den Filmen "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte" längst einen Namen gemacht hat, zeigt in dem neuen Werk wieder eine professionelle Handschrift. Gleichzeitig spannend und unterhaltsam ist seine mit etwa 90 Millionen Dollar bisher teuerste Produktion ein gelungenes Werk aus Hollywoods Traumfabrik. Kameramann Michael Ballhaus liefert gekonnt komponierte Bilder, und Harrison Ford ("Blade Runner") überzeugt in der Darstellung des Präsidenten. Nur die Geschichte selbst erscheint etwas gewagt: Auch Fords Schauspielkunst kann nicht verhindern, daß die Story vom Staatsoberhaupt, das plötzlich zum Einzelkämpfer wird, für unfreiwillig komische Momente sorgt.

    Von Peter Zöttl, dpa

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