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Kritik: Winnie Puuh findet einen neuen Freund

Der Hundertmorgenwald ist in Aufregung. Winnie Puuh, Ferkel und ihre Freunde werden von einem lauten «Trööööööööt» geweckt - und das kann nur eines bedeuten: Irgendwo ist der schreckliche, gefährliche Heffalump in der Nähe, vor dem sie sich schon immer gefürchtet haben.

Also rüsten sie sich für eine waghalsige Expedition ins Heffalump-Gehölz, um den Feind zu fangen. Dann ist es aber ausgerechnet Ruh, das kleine Känguru, der auf den Heffalump trifft. Dieser trägt den Namen Lumpi und ist gar kein böses Tier mit einem stacheligen Schwanz, sondern so etwas wie ein pummeliger rosa Elefant, freundlich und lieb – und fast schon zu niedlich um wahr zu sein.

Gerade in der Zeit, da sich in der Welt soviel Angst und Fremdenfeindlichkeit ausbreite, wolle er den Kindern unaufdringlich ein Beispiel dafür geben, dass nicht alles unbekannte unbedingt böse oder gefährlich sein müsse, sagt Disney-Veteran Frank Nissen, der bei dem handgezeichneten Film Regie führte. Natürlich ist auch die Welt des Hundertmorgenwalds mit ihren Pastellfarben und weichen Linien ebenso intakt wie die Charaktere seiner Einwohner: Ferkel hat Angst, Tigger hüpft, Esel murrt, Rabbit schimpft und Puuh ist so schwer von Verstand, dass er unterwegs erstmal alle Bohnen aufisst, die Ferkel verstreut, um den Rückweg zu finden.

Mehr Witz und mehr lustige Lieder

Der Name Heffalump kommt noch aus einer der Originalgeschichten von A.A. Milne aus dem Jahr 1920. Damals glaubte Ferkel, einen Heffalump gesehen zu haben, während es in Wirklichkeit nur Puuh mit einem Honigtopf auf dem Kopf war. Disney hatte sich erst 1961 die Rechte an den Werken gesichert, doch ein anderes Äußeres für die Freunde ist heute kaum noch vorstellbar.

Die vorherigen beiden Puuh-Filme, mit Ferkel und Tigger in den «Hauptrollen» hatten einen leichten Beigeschmack von Zweitklassigkeit: Einfache Kost für die Kleinen, keine Konkurrenz für die großen Disney-Filme. Doch die haben Disney schon seit Jahren keinen richtigen Erfolg gebracht und nun ist offenbar viel mehr Kraft in den Heffalump-Film investiert worden. Eine dichtere Handlung, noch mehr lustige Lieder und vor allem mehr Witz dürften diesmal auch ältere Kinder gut unterhalten. Und vielleicht für das eine oder andere zusätzlich verkaufte Lumpi-Stofftier sorgen.

dpa

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