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Kritik: Westernstar im Designlook

«Kate Blanchett ist einfach außerordentlich», preist Regisseur Ron Howard («Apollo 13», «The Beautiful Mind») die Hauptdarstellerin seines neuen Films «The Missing».

Und tatsächlich ist die Darstellung der derzeit im achten Monat schwangeren Australierin das Ereignis des als Edel-Western im Designerlook inszenierten Familiendramas.

Die 35-jährige schwärmt von der Arbeit als einer für sie «Reise ins Unbekannte». Sie sagt dazu: «Bisher kannte ich Western nur aus meiner Kindheit. Mein Vater war ein Fan von John Wayne. Und sonntagnachmittags lieferte bei uns zu Hause das Fernsehen mit Schießereien die Hintergrundmusik zur Kaffeetafel.» Blanchett sieht den von der Kritik in den USA überwiegend negativ besprochenen Film nicht als durchschnittlichen Western an. Sie meint: «Der Reichtum der Charaktere, insbesondere der weiblichen, hebt den Film für mich über das, was ich an Western kenne, hinaus.»

Damit liegt sie ganz auf der Linie von Ron Howard, der die Geschichte um eine Frau, die im Wilden Westen ihre von Indianern entführte Tochter finden und zurück holen will, nicht etikettiert wissen möchte. «Kategorien interessieren mich nicht», sagt er dazu und ergänzt: «Mir geht es nicht darum, irgendein Genre zu bedienen. Mich interessiert die Geschichte eines ungewöhnlichen Charakters in einem komplizierten politischen Spannungsfeld, das ich übrigens als durchaus aktuell empfinde.»

Blanchetts Kunst: mit minimalem Aufwand in die Seele eines verzweifelten Menschen blicken

Tatsächlich lässt sich die Story der von Kate Blanchett gespielten Ärztin im US-Staat New Mexico des 19. Jahrhunderts auch als Kommentar zu den Möglichkeiten des Miteinanders von Menschen unterschiedlicher ethnischer und sozialer Herkunft deuten. Das wird dadurch verstärkt, dass der von Tommy Lee Jones gespielte Vater der Frau viele Jahre bei den Apachen gelebt hat, was für zusätzliche Spannung sorgt. Doch decken ausufernde, oft überaus brutale Gewaltsequenzen und eine strikt auf das konstruierte Happy End zusteuernde Dramaturgie diese Aspekte weitgehend zu. Allein Kate Blanchetts immer wieder faszinierende Kunst, mit minimalem Aufwand in die Seele eines verzweifelten Menschen blicken zu lassen, steht dem entgegen.

Ron Howard hofft nun auf das Wohlwollen des europäischen Publikums. Auf den 54. Internationalen Filmfestspielen sagte er dazu am letzten Wochenende: «Ich mache keine Filme in Erwartung irgendeiner bestimmten Reaktion. Ich erzähle Geschichten, die mich faszinieren. Und natürlich hoffe ich, dass die Zuschauer, egal was die Kritiker schreiben, diese Faszination teilen werden.»

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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