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Kritik: Weihnachtskino mit Disneys "Hercules"

Hamburg (dpa) – Heldentum bemißt sich nicht nach der Stärke der Muskeln, sondern nach der des Herzens. Bevor der junge Hercules, Disneys neuester Trickfilm-Held für das Familienkino zu Weihnachten, dies erkennt, muß er jedoch einige Prüfungen über sich ergehen lassen. Vorbei an 30köpfigen Hydras, Titanen und Zyklopen führen die Autoren John Musker und Ron Clements den Zuschauer auf eine Reise durch die Mythenwelt des antiken Griechenlands. Originelle Songs, witzige Szenen und die liebevolle Ausstattung machen "Hercules" zu einem Pflichtfilm für alle Liebhaber des Animationskinos.

Als neugeborener Sohn des Götterkönigs Zeus sollte eigentlich auch Hercules ein Gott sein. Doch Hades, Zeus' Gegenspieler aus der finsteren Unterwelt, gelingt es, das Baby aus dem Olymp zu entführen. Hercules wächst als Sterblicher auf, der – so erfährt er im Tempel seines Vaters – nur durch irdische Heldentaten seine Wiederaufnahme in die Welt der Götter erreichen kann. Das läßt sich Hercules nicht zweimal sagen: Mit aller jugendlicher Kraft, die in ihm steckt, vollbringt er eine Großtat nach der anderen. Doch auch Hades schläft nicht – und schickt dem ungestümen Helden die verführerische Meg auf den Leib. Während Hercules sich von Megs Reizen verzaubern läßt, entfesselt Hades die mörderischen Titanen, die den Olymp stürmen, um Zeus aus seinem Palast zu vertreiben.

John Musker und Ron Clements gehören zu den erfolgreichsten Trickfilm-Autoren Amerikas. Ihre mit viel Humor erzählten Geschichten haben viel zur neuerlichen Renaissance des Genres beigetragen. Nach ihren großen Erfolgen mit "Aladdin" – der weltweit fast 500 Millionen Dollar einspielte – und "Arielle, die Meerjungfrau" ist "Hercules" inzwischen die vierte gemeinsame Arbeit des Regie- und Autorenteams.

Musker und Clements gelingt in "Hercules" eine kurzweilige Mischung aus spannenden, rührenden und witzigen Elementen. Ohne belehrend zu wirken, bringen sie das antike Helden-Epos in eine zeitgemäße Form, in der auch originelle Bezüge zum 20. Jahrhundert nicht fehlen. Mit seinen einfallsreichen Kompositionen sorgt "Oscar"- Gewinner Alan Menken für das nötige Tempo und die professionelle musikalische Untermalung des abendfüllenden Zeichentrickfilms.

"Hercules" ist keine Low-Budget-Produktion: 906 Kreative arbeiteten in den Disney-Studios in einem dreijährigen Herstellungsprozeß an der visuellen Umsetzung der göttlichen Heldentaten. Für die deutsche Fassung schließlich leistete sich Disney mit Til Schweiger und Jasmin Tabatabai ("Bandits") zwei deutsche Nachwuchsstars, die dem Helden Hercules und der schönen Meg als Synchronsprecher ihre Stimmen leihen.

Von Peter Zöttl, dpa

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