Kritik: Vater-Sohn-Geschichte aus der politischen Wendezeit

Frankfurt/M (AP) Mit einem großen Loch im Strumpf sitzt der Prager Musiker Frantisek Louka hinter seinem Cello. Der 55jährige spielt mit ein paar Kollegen auf der Empore eines Krematoriums Trauermusik. In einer Spielpause geht sein Cellobogen auf Abwege - unter den Rock der Sängerin, deren Stimme koloraturartig ausrutscht. Die Anfangsszene des tschechischen Films „Kolya“ charakterisiert ohne ein einziges Dialogwort den Typus der Hauptperson, eines Tschechen, der einmal bessere Tage gesehen hat, sich nun mit lausigen Engagements durchschlägt und mit der Gewißheit seiner Wirkung bei Frauen direkt zur Sache geht.

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