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Kritik: Und abermals leuchtet das Profit-Schwert

Christopher Lee mal wieder der Bösewicht

Allerdings muss dieses Lob gleich auch wieder eingeschränkt werden: Denn es war kein Kunststück, ein besseres Spektakel zu liefern als die inhaltlich wie stilistisch unsägliche vierte "Star Wars"-Folge.

Rasante optische Effekte

Natürlich ist auch der neue Streifen, der in den USA mal wieder alle Rekorde brechen soll, reines Popcorn-Kino mit einer einzigen Ambition: So viel Profit damit zu erzielen wie nur irgend möglich. Aber Lucas muss der Ehrgeiz positiv angerechnet werden, trotz des riesigen finanziellen Erfolgs mit dem künstlerischen Desaster "Die dunkle Bedrohung" sich bei seinem neuen Film um eine gewisse Wiedergutmachung bemüht zu haben. Zwar ist die Geschichte, die in 142 Minuten für rund 140 Millionen Dollar Herstellungskosten erzählt wird, von einer klischeehaltigen Dünnblütigkeit, die in fast schmerzhaftem Kontrast zum tricktechnischen Aufwand des Leinwandgeschehens steht.

Was Filme wie dieser "Angriff der Klonkrieger" aber für Millionen in aller Welt so attraktiv macht, ist das Zusammenspiel rasanter optischer Effekte, verblüffender Masken, futuristischen Designs und opulenter Kostüme. In dieser Hinsicht lässt das neue Lucas-Werk wenig Wünsche offen. Auch die Drehorte auf verschiedenen Kontinenten geben der Handlung Reiz und nebenbei die tröstliche Gewissheit, dass keine computersimulierte Landschaft auf unendlich fernen Planeten es je mit der atemberaubenden Schönheit der realen Villa Balbianello am Comer See wird aufnehmen können.

Die erste Kuss-Szene eines "Star Wars"-Films

Dort nämlich verbringen Anakin Skywalker und Padme Amidala verliebte Tage. Anakin soll die von der niedlichen Natalie Portman gespielte königliche Senatorin von Naidoo zwar nur beschützen. Aber der junge Held, vom blässlich wirkenden Hayden Christensen verkörpert, nutzt die Gelegenheit schon deshalb, um dem Streifen den ersten Kuss eines "Star Wars"-Films zu vergönnen. Dafür hat Anakins gestrenger Lehrmeister Obi-Wan Kenobi nach wie vor keine Zeit, muss der abermals von Ewan McGregor gemimte Held mit dem Lichtschwert doch jede Menge finstere Mächte und Gestalten bekämpfen.

Da ist besonders der charismatische Graf Dooku zu nennen. Er ist ein von der Republik enttäuschter früherer Jedi-Ritter, der die mächtige Separatistenbewegung anführt. Darsteller des imposanten Bösewichts ist der fast 80-jährige Brite Christopher Lee. Der legendäre "Graf Dracula" vergangener Zeiten bringt jene Klasse auf die Leinwand, von der das banal gestrickte Drehbuch von Lucas und Jonathan Hales wahrlich weit entfernt ist. Es reizt schon zum Lachen, wenn in der Reklame für den Film allen Ernstes behauptet wird, er behandle auch ganz neue Themen wie "verbotene Liebe" und "unerschütterlichen Heldenmut".

Statt Blut fließt Schmieröl

Auch nach Erfurt wird selbstredend auf den Leinwänden massenhaft zerstört und getötet, aber in dieser "Episode II" fließt kaum Blut. Denn die meisten Opfer sind Roboterwesen, die von den unbesiegbaren Jedis zu Schrott gehauen werden. Bemerkenswert für Fans dürfte die Figur des Kopfgeldjägers Jango Fett sein, der bis zu seinem bösen Ende mit Söhnchen Boba aktiv ist. Diese wie viele andere Personen haben Verbindungslinien untereinander wie auch zu früheren Folgen der Kino-Saga. Eine heiß ersehnte Fundgrube also für die weltweite "Star Wars"-Fangemeinde.

Optischer und akustischer Dauerbeschuss am Ende

Für die dürfte es unerheblich sein, wie sehr die dröhnende Lautstärke der Musik und auch der selten abebbende galaktische Schlachtenlärm die Ohren strapazieren. Besonders die letzte halbe Stunde mit dem unvermeidlichen Showdown auf dem Planeten Geonosis setzt die Zuschauer unter massiven optischen und akustischen Dauerbeschuss. Das wird nicht allen gefallen, aber es werden allemal genug sein für ein weiteres Milliardengeschäft. Und um nichts anderes geht es George Lucas letztlich dabei.

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