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Kritik: Umstrittener U-Boot-Actionthriller aus Hollywood

So hat man Jon Bon Jovi noch nie gesehen: In schmucker Uniform schießt sich der smarte Pop-Superstar in seinem neuesten Kinofilm "U-571" ab dem 14. September mit einem Maschinengewehr durchs deutsche U-Boot. Zu sagen hat er nicht viel. Doch das ist auch gar nicht nötig.

Schließlich bekommt der Action-Thriller allein mit dem Auftritt des Stars eine besondere Note. An seiner Seite spielen Darsteller wie Matthew McConaughey, Harvey Keitel und Bill Paxton, allesamt erfahren im Geschäft.

Originelle Kameraperspektiven und eine authentische Geräuschkulisse sorgen dafür, dass der Kriegsfilm von Regisseur Jonathan Mostow realistisch wirkt und den Zuschauer in seinen Bann zieht.

An Wolfgang Petersens Klassiker "Das Boot" kommt "U-571" allerdings nicht heran. Dazu ist die Geschichte einer tollkühnen Crew der Alliierten, die im Kriegsjahr 1942 gezwungenermaßen in einem deutschen U-Boot eine gefährliche Mission erfüllen muss, wohl zu heroisch angelegt. Wieder einmal sind es die Amerikaner, die mit Cleverness und der zugehörigen Portion Glück in aussichtsloser Situation triumphieren.

Als ihr eigenes U-Boot von einem Torpedo der Deutschen versenkt wird, steigen die US-Helden kurzerhand auf das schwer angeschlagene feindliche U-Boot um. Damit schaffen es die Kriegshelden, Hitlers Flotte auszutricksen und obendrein noch die technisch hoch entwickelte Verschlüsselungsmaschine "Enigma" zu erbeuten. Diese hat besondere Bedeutung, weil die Alliierten zuvor wegen dieser Wundermaschine nicht in der Lage waren, die verschlüsselten Funksprüche der Deutschen zu decodieren.

Die Geschichte von "U-571" wird spannend erzählt, bietet aber im Vergleich zu anderen Filmen dieses Genres kaum Neues. Da ist die gefährliche Tauchfahrt in unheimliche Tiefen, die das Boot fast auseinander bersten lässt. Und danach die Gefahr an der vermeintlich rettenden Wasseroberfläche, wo schon die deutschen Zerstörer warten. Neu ist allerdings, dass diese militärische Heldentat nicht von Briten, sondern Amerikanern verrichtet wurde. Diese dreiste Fälschung des historischen Vorgangs hat in England ebenso wütende wie verständliche Proteste zur Folge gehabt.

"Wir mussten verschiedene Typen von Sets kreieren", sagte Produktionsdesigner Götz Weidner, der bereits 1981 bei Petersens "Boot" dabei war. "Die einen sehr amerikanisch und die anderen - natürlich – sehr deutsch." So gewinnt die erfundene Story an Realität. Man muss allerdings kein Prophet sein, um den Ausgang des Films vorauszusagen. Wie es sich für richtige amerikanische Helden gehört, fährt die arg dezimierte Crew am Ende in einem Schlauchboot dem Sonnenaufgang und natürlich ihrer Rettung entgegen. Dazu gibt es die passende Filmmusik – sehr pathetisch, sehr kitschig.

Susann Huster, AP

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