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    Kritik: Uma Thurman als rachsüchtige Superheldin

    Irgendwie glaubt man immer Superhelden seien auch nette Aber wieso eigentlich? Kann doch durchaus sein, dass das großartige G-Girl, das wie Superman durch die Lüfte fliegen kann, im echten Leben eine neurotische, eifersüchtige, besitzergreifende Klette ist.

    Man stelle sich dann vor, sie trifft einen netten Typen, der aber schnell die Nase voll hat von der Power-Dominanz, sie abserviert und damit einen wahrhaft unbändigen Zorn auf sich lenkt. Aus dieser witzigen Idee machte «Ghostbusters»-Regisseur Ivan Reitman die Komödie «Die Super-Ex» mit Uma Thurman und Luke Wilson in den Hauptrollen.

    Bei diesen Namen kann der Film nur super werden, ist man geneigt zu glauben, doch ganz so kommt es nicht. Reitman hat nämlich seinen eher einfachen, etwas unbedarften Komödienstil der 80er ins Heute mitgenommen. Sogar das Bild kommt einem irgendwie so körnig wie bei älteren Filmen vor. Was aber damals mit einem jungen Bill Murray oder Dan Aykroyd funktionierte, wirkt heute eher wie Klamauk.

    Der Bösewicht Professor Bedlam ist eine Witzfigur - wahrscheinlich gewollt, das macht es aber auch nicht leichter. Das Finale ertrinkt im Zuckerguss der Gefühle - und zwar so, dass man sich gar nicht einreden kann, das sei alles nur Farce. Wäre es bei vielen anderen Komödien heutzutage auch, die eher einen ironischen bis mild-zynischen Ton einschlagen, doch Reitmans Art ist das nicht. Und der Power-Sex, bei dem Wände und Möbel zu Bruch gehen - naja...

    Trotzdem: Lustig ist der Film allemal. Und das ist neben den Gags im Drehbuch vor allem dem komödiantischen Talent von Thurman und Wilson zu verdanken. Da gibt es diese exzentrische Szene, in der ein Meteorit auf New York zurast, G-Girl alias Jenny Johnson aber genug hat von den ständigen Rettungsaktionen und lieber ihr Gericht beim Italiener essen will, während ihr Freund langsam nervös wird und mit den Augen rollend darauf besteht, dass «langsam jemand mal etwas dagegen unternehmen sollte». Superhelden-Klischees werden auch auf die Schippe genommen: Wenn Jenny sich in G-Girl verwandelt, hat sie natürlich ein hautenges Kostüm an und ihre Haare werden von braun zu blond.

    Jenny ist so attraktiv wie Uma Thurman es eben sein kann, doch für eine Beziehung ist sie nicht zu gebrauchen: Misstrauisch, süchtig nach Kontrolle und über-eifersüchtig. Der von Wilson gespielte Matt ist dagegen nur ein netter Durchschnittskerl, der normalerweise Frauen wie ihr nur hinterherschauen dürfte - doch vielleicht gerade weil die Superheldin etwas ganz gewöhnliches sucht, bekommt auch er eine Chance. Anfangs ohne zu wissen, mit wem er sich da eingelassen hat. Ertragen kann er den Druck jedoch nicht lange und entdeckt in sich stattdessen zunehmende Sympathie für seine unauffällige Arbeitskollegin Hannah.

    Man kann aus dem Film letztlich auch lernen: zum Beispiel niemandem den Laufpass zu geben, der gerade das Abendessen mit einem sehr, sehr großen Messer zubereitet und überhaupt vorsichtig zu sein, wenn der Partner einen mit Autos, Laternen oder Haien bewerfen kann.

    Andrej Sokolow, dpa

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