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Kritik: Traumhochzeit auf Griechisch mit reichlich Chaos-Potenzial

Eine so imposante Erfolgsstory beeindruckt sogar Hollywood-Studiobosse: Mit einem Produktionsbudget von nur fünf Millionen Dollar erzielte "My Big Fat Greek Wedding" ein amerikanisches Einspielergebnis von inzwischen 230 Millionen

Ein glücklicher Umstand verhalf dem Überraschungshit in die Startlöcher. Hollywoodstar Tom Hanks wurde durch seine Frau Rita Wilson auf die Ein-Frau-Show der Schauspielerin Nia Vardalos aufmerksam. Seine Produktionsfirma akzeptierte die Bedingungen der weitgehend unbekannten Künstlerin: daraus selbst ein Drehbuch zu entwickeln und auch die Hauptrolle zu spielen.

Der Mann hat einen Makel: Er ist kein Grieche

Vardalos verarbeitete eigene Erfahrungen und ihre sympathischen Figuren sind aus dem Leben gegriffen – aus dem Leben einer traditionsbewussten griechischen Großfamilie in Chicago. Diese Authentizität katapultierte "My Big Fat Greek Wedding" in die Herzen des amerikanischen Kinopublikums. Toula Portokalos (Nia Vardalos) gilt als das hässliche Entlein des Clans und ist mit ihren 30 Jahren noch nicht verheiratet. Damit steht sie kurz vor dem "Verfallsdatum" für das, was die Existenzberechtigung griechischer Frauen ausmacht: Einen Griechen heiraten, Kinder bekommen und alle bekochen.

Während sie im Restaurant ihrer Eltern die Gäste versorgt, träumt Toula von einem Computerkurs als Grundlage für eine neue berufliche Laufbahn. Mit der listenreichen Hilfe ihrer Mutter Maria (Lainie Kazan) setzt sie den Plan gegen Familienoberhaupt Gus (Michael Constantine) durch. Maria handelt nach dem Motto: "Der Mann ist zwar der Kopf einer griechischen Familie – die Ehefrau jedoch der Hals, der ihn in die richtige Richtung dreht." Im Zuge ihrer Selbstverwirklichung verändert sich Toula auch äußerlich, und schon bald wird sie von einem Mann umworben. Ian Miller (John Corbett) hat allerdings einen wesentlichen Makel – er ist kein Grieche.

Spielfreude in jeder einzelnen Szene spürbar

Doch Ian ist Toulas Mann fürs Leben, also kommt eine wahre Lawine von komischen Ereignissen ins Rollen, in denen die Kulturen aufeinander prallen. Die Portokalos handeln in allem voller Leidenschaft, Ians Eltern wirken dagegen ausgetrocknet und steif. Vardalos spielt mit Klischees, ihre Grundidee ist nicht wirklich originell, teilweise ist die Handlung vorhersehbar, und der Regisseur Joel Zwick inszenierte das Ganze eher konventionell. Der Charme von "My Big Fat Greek Wedding" liegt in der unterhaltsamen Leichtigkeit und den erfrischenden Dialogen. Das größte Plus ist jedoch die überschäumende Spielfreude aller Darsteller.

Silke Weiss, dpa

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