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Kritik: "The Rock" – Hollywood verkehrt:

Alcatraz, die gefürchtete Felseninsel in der Bucht von San Francisco: Mehr als drei Jahrzehnte lang galt das Gefängnis auf dem schroffen Eiland als ausbruchsicherstes Zuchthaus der Welt. Die wenigen Sträflinge, die die hohen Mauer überwinden konnten, ertranken in den eiskalten Fluten. Wie an einer Kette hängt auch Hollywood an seinen Alcatraz-Alpträumen, etliche Regisseure haben sich bereits der legendenreichen Geschichte des Insel-Knastes angenommen und die verzweifelten Fluchtversuche dokumentiert.

Nun dreht die Filmfabrik den Spieß um: Im neuen Action-Streifen "The Rock – Fels der Entscheidung" gilt es nämlich weniger, aus dem Gefängnis auszubrechen, als vielmehr von außen in das ehemalige Zuchthaus hineinzugelangen. Auf dem Spiel steht nicht weniger als das blühende Leben der Millionenstadt San Francisco.

Ein Bösewicht in feinster Bond-Film-Manier (Ed Harris) hat sich gemeinsam mit bestens trainierten Ex-Soldaten mehrerer Giftgas-Sprengköpfe bemächtigt, die die US-Regierung heimlich auf Alcatraz gelagert hat. Nun bringen die Terroristen nicht nur den Felsen, sondern auch mehrere Dutzend Touristen in ihre Gewalt und drohen, die Gasraketen auf die Stadt aufzufeuern, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Ein junger FBI-Experte für chemische Waffen (der "Oscar"-gekürte Nicolas Cage) und ein alter Sträfling, dem vor vielen Jahren als einzigem die Flucht von der Insel gelang (Sean Connery mit grauer Mähne), sollen mit einem Spezialteam die Knast-Klippen erklimmen und die Terroristen überwältigen. Nur Cage weiß, wie man die Raketen entschärft, nur Connery ist der Weg durch das unterirdische Zuchthauslabyrinth aus Abwasserkanälen und stillgelegten Stollen bekannt. Aus den ungleichen Männern werden die vermeintlichen Retter der Millionenstadt, die den explosiven Kampf gegen die scheinbar übermächtigen Erpresser aufnehmen.

Wenngleich die Story ein eher mühsam konstruiertes Thriller-Vehikel für den ewigen Kampf Gut gegen Böse ist, so garantiert "The Rock" doch mehr als 90 Minuten Spannung, viel Witz und hervorragende schauspielerische Leistungen bis in die kleine Nebenrolle. Connery karikiert seinen eigenen Erfolgspart als unsterblicher Bond-Spion und Cage zeigt eindrucksvoll, daß er nach seiner hochgelobten Charakterstudie als Alkoholiker in "Leaving Las Vegas" und zahlreichen Komödienrollen sein Handwerk auch im Action-Metier beherrscht. Die eigentliche Hauptrolle aber spielt die gespenstische Atmosphäre des Gefängnis-Felsens.

Von Martin Oversohl, dpa

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