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Kritik: Telefonterror in Manhattan

Eine öffentliche Telefonzelle in Downtown Manhattan: Es klingelt, instinktiv nimmt Stu Shepard den Hörer ab. So harmlos beginnt der Thriller "Nicht auflegen!". Noch ahnt der arrogante PR-Berater (Colin Farrell) nicht, dass dieses Telefonat sein Leben verändern wird. Denn ab jetzt ist er Teil eines perfiden Katz-und-Maus-Spieles, in dem ein anderer die Regeln diktiert. Und die können leicht tödlich enden.

Zunächst glaubt Stu an einen geschmacklosen Scherz, als der Unbekannte am anderen Ende der Leitung droht, ihn zu töten, sollte er den Hörer auflegen. Schnell wird aber klar, dass tatsächlich aus einem der umliegenden Gebäude eine Waffe auf die Telefonzelle gerichtet ist. Und damit noch nicht genug: Der mysteriöse Anrufer scheint Stu genau zu kennen, weiß um seine außereheliche Affäre und die rücksichtslose Art, mit der er im Beruf über Leichen geht.

Heckenschütze verzögerte Kinostart

Als plötzlich ein toter Passant vor der Telefonzelle liegt, halten die herbeigeeilten Polizisten und Journalisten Stu für den Mörder, von der Existenz des Scharfschützen haben sie keine Ahnung. In dieser ausweglosen Situation lässt der Stu nur einen Ausweg: Beichte vor aller Welt deine Sünden und ich lasse dich gehen - vielleicht.

Vor einigen Monaten hat die Realität die Fiktion wieder einmal aufs Grausamste eingeholt: Wegen der Anschläge eines Heckenschützen im Großraum Washington musste der Start von "Nicht Auflegen!" verschoben werden. Wer hätte in diesem Klima der ständigen Bedrohung schon einen Film sehen wollen, in dem der Tod jedermann aus heiterem Himmel heimsuchen kann.

Am Schluss hat Stu seine "Lektion" gelernt

Regie-Altmeister Joel Schumacher ("Falling Down", "Batman Forever") ist mit "Nicht Auflegen!" ein solider Thriller geglückt. Leider fällt das Ende allzu konventionell aus, und die konservative Botschaft der Geschichte ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen: Ähnlich wie der geniale Serienmörder in "Sieben", so hat sich auch der Scharfschütze die moralische Läuterung der Menschheit auf seine Fahnen geschrieben. Mögen seine Methoden auch nicht sehr fein sein, so erweisen sie sich doch als äußerst effektiv. Am Schluss hat Stu seine "Lektion" gelernt.

Shootingstar Farrell kommt als "Alexander der Große" wieder

Spannung und Action bietet "Nicht Auflegen!" aber allemal und dürfte sich für Shootingstar Colin Farrell als eine weitere Stufe an die Spitze Hollywoods erweisen. Der Ire gilt als kommender Superstar: Nachdem er in "Minority Report" und "Daredevil" den Bösewicht gab, erobert er demnächst unter der Regie von Oliver Stone als Alexander der Große die antike Welt. Telefonzellen sollten ihm da keine Probleme bereiten.

Nina Jerzy, ddp

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