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Kritik: Spannende Suche nach dem vergrabenen Gold

Der australische Schuljunge Sam liebt seinen Großvater, und der liebt Vögel und pflegt sie gesund. Bei ihm wohnt auch der blaugelbe Papagei Mac Cool, den Piraten vor 149 Jahren aus Südamerika verschleppten. Der kluge Vogel hat viel gesehen, zum Beispiel, wo die Seeräuber einen wertvollen Indianerschatz vergruben.

Als Sams Großvater wegen seiner Schulden sein Haus verlieren und ins Heim abgeschoben werden soll, spricht der Papagei zum ersten Mal mit dem überraschten Enkel. Eine abenteuerliche Suche nach dem Schatz, der Opa retten soll, beginnt.

Im Mittelpunkt des Films des australischen Regisseurs Mario Andreacchio steht der sprechende Papagei, ein echtes Tier, dem altkluge Wortsalven in den Mund gelegt werden. Mac Cool wird gleich von vier Papageien gespielt: dem nicht fliegenden Hauptdarsteller Tango sowie von drei Vögeln, die die Flug- und Stunteinlagen übernahmen. Die Idee für das Drehbuch kam den Autoren Bruce Hancock und Matthew Perry, während noch an den Dialogen von "Napoleon - Abenteuer auf vier Pfoten" gefeilt wurde. Mit diesem Film feierte Regisseur Andreacchio vor wenigen Jahren über Australien hinaus Erfolge.

Aber "Mac Cool und der Piratenschatz" ist nicht nur die Geschichte eines Papageis, der einen Jungen zu einer vergrabenen Schmuckkiste führt. Es ist auch die Geschichte eines Familienkonflikts. So gut sich Sam (Jamie Croft) mit dem Großvater (Jason Robards) versteht, so wenig ist sein Vater Rick (Joe Petruzzi) mit ihm zufrieden. Ständig wirft er dem Jungen vor, daß er sich nicht genug anstrengt, während Sam die Zeiten vermißt, als sein Vater lustig war und sie zusammen viel Spaß hatten. Natürlich wird die Schatzsuche die beiden wieder zusammenführen, aber das erfordert Anstrengungen sowohl vom Vater als auch vom Sohn.

Ähnlich wie in zeitlosen Kinderträumen müssen Sam und der Papagei auf einer Südseeinsel einen bestimmten Baum am Strand finden, und von dort aus 540 Schritte zählen. Dann stehen sie vor dem Baum, unter dem der Schatz vergraben liegt. Aber wie im richtigen Leben oder aber in den schlimmsten Alpträumen ist der Ort nach so langer Zeit völlig verändert: Statt des einstigen Waldes finden Sam und Mac Cool eine moderne Hotelanlage, aus der sie kurzerhand rausgeworfen werden. Und auch Bösewicht Dr. Hagen (John Waters) ist den beiden auf den Fersen, weil er den Schatz für sich haben will.

Die Worte, die dem klugen Papagei in den Mund gelegt werden, sind oft etwas aufgesetzt oder bemüht witzig. Dennoch ist die spannende Geschichte kindgerecht erzählt, aus dem Blickwinkel des kleinen Sam. Und welches Kind wünscht sich nicht einen Abenteuerfilm mit Seeräuberschatz? Die dezente pädagogische Note des Vater-Sohn-Konflikts wirkt dabei nicht störend, sondern eher bereichernd.

Bianka Piringer, AP

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