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    Kritik: Simpler HorrorAction-Thriller

    «Mehr Gewalt, mehr Sex» hatten die Fans im Vorfeld per Internet-Zuschriften verlangt - mit Erfolg: Wunschgemäß wurde das Script geändert, Regisseur David R. Ellis hängte fünf weitere Tage an den Dreh von «Snakes On A Plane».

    Diese Einflussnahme auf den Horror-Action-Thriller ist jedoch nur die Spitze eines Hype-Eisbergs: Wohl inspiriert vom Titel, wurden in den USA massenhaft Webseiten und Blogs gegründet - als der Film dort startete, verzeichnete Google bereits mehr als 40 Millionen Einträge. Und die Abkürzung «SoaP» ging für «Unsinn, Überraschung» in die Umgangssprache ein. Damit mag die Vorgeschichte für manchen interessanter sein als der simpel-brutale Streifen selbst.

    Das Originellste ist dessen Grundidee: Giftschlangen im Laderaum eines Flugzeugs, die, aggressiv gemacht durch das Einatmen chemischer Substanzen, während der Reise ihre tödliche Arbeit unter Crew und Passagieren erledigen. Ziel des Angriffs ist der junge Sean (Nathan Phillips), einziger Zeuge eines Mordes auf Hawaii: FBI-Agent Flynn (Samuel L. Jackson, «Star Wars») soll ihn nach Los Angeles geleiten, damit er dort vor einem Schwurgericht aussagen kann. Doch der flüchtige Täter will das um jeden Preis verhindern und lässt die Reptilien in den Flieger schmuggeln.

    Das Filmteam arbeitete mit Schlangentrainern, die dafür sorgten, dass nicht-giftige Tiere, die gefährlichen Artgenossen ähneln, verwendet wurden - wie Gelbe Erdnatter statt Küstentaipan. Dazu kamen unter anderem 250 friedfertige Strumpfbandnattern. Während der Zuschauer sich also von der farbigen Vielfalt der Kriechtiere faszinieren lassen kann, wirken die Aufnahmen sonst brachial zusammengestellt. Blutige Grausamkeit prägt die düsteren Szenen: Schlangen beenden den Sex eines Pärchens in der Bordtoilette, bohren sich bei Reisenden in Augen, Gedärm und Kinderhände, töten Piloten. Sie zerstören Betriebsanlagen. All das lässt Action-Spezialist Ellis («Matrix Reloaded») mit digitaler Hilfe in schnellen, direkten Bildern vorüber fliegen.

    Angesichts der Vorhersehbarkeit der Story kann man sich bei «Snakes On A Plane» jedoch nicht nur tüchtig grausen, sondern auch gehörig langweilen. Momente von Menschlichkeit, etwa wenn eine ältere Stewardess sich opfert, um ein Baby zu retten, machen den Film nicht wirklich facettenreicher, da sie nur Klischees bedienen. Hollywood-Star Samuel L. Jackson, der als lässig cooler FBI-Mann stets die Übersicht behält, kommt immerhin das Verdienst zu, dabei wie ein sympathischer Fels in der Brandung zu erscheinen. Und dass es schließlich zwei Schwarze sind, die das Flugzeug retten, wirkt angesichts immer noch herrschender Rassenvorurteile wenigstens wie gut gemeint.

    Ulrike Cordes, dpa

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