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    Kritik: Science-Fiction-Thriller machte Ethan Hawke und Uma Thurman zum Paar

    In der Welt des gigantischen Gattaca-Konzerns sind die Siegertypen der Zukunft versammelt: Menschen, die aus einer biologischen Auslese entstanden sind. Sie sind im Labor gezeugt worden, und die besten sind körperlich und geistig perfekt. Nur solche Exemplare sucht Gattaca für Raumfahrprojekte aus. Sie werden mit täglichen Blut-, Urin-, Haut- und Haarproben totalitär überwacht. Einer jedoch schafft es, das System zu täuschen. Davon handelt der amerikanische Science-Fiction-Thriller "Gattaca", der am 9. Juli, in die Kinos kommt.

    Vincent Freeman (Ethan Hawke) gehört zu den sogenannten Untauglichen, die in dem Unternehmen für einfache Tätigkeiten wie das Reinemachen eingesetzt werden. Er ist durch natürliche Zeugung entstanden. Er hat eine Herzschwäche, und mußte als Kind eine Brille tragen. Die Eltern zogen ihm den jüngeren, genetisch perfekten Bruder vor. Die beiden Jungen messen ihre Kräfte beim Wettschwimmen im Meer. Vincent gewinnt Selbstvertrauen, nachdem er eines Tages seinen Bruder vor dem Ertrinken gerettet hat.

    Als junger Mann verfolgt er seinen Traum, Raumfahrer zu werden und zum Titan, dem 14. Mond des Saturn, zu fliegen. Mit Hilfe eines DNA-Maklers verschafft er sich eine falsche Identität. Bei Gattaca gibt er sich als Jerome Eugene Morrow (Jude Law) aus, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und trinkt. Mit dessen Blut, Urin, Hautschuppen und Haaren gelingt es Vincent, die Testmaschinerie zu überlisten.

    Bald schafft er den Aufstieg in die Spitzenmannschaft, die die äußersten Grenzen des Sonnensystems erforschen soll. Und seine Kollegin Irene (Uma Thurman) bewundert ihn, weil er ihr aufgrund eines privaten Gentests nach einem Rendezvous perfekt erscheint. Doch droht Vincent die Enttarnung: Der Direktor der Weltraumagentur (Gore Vidal) ist ermordet worden, und ein Heer von Polizisten unter der Leitung von Inspektor Hugo (Alan Arkin) untersucht den Ort des Verbrechens und findet ausgerechnet eine echte Wimper von Vincent.

    Regisseur Andrew Niccol hat "Gattaca", seinen ersten Spielfilm, als düstere Vision einer nicht allzufernen Zukunft angelegt. Vincents Welt ist beklemmend kalt und steril, am Arbeitsplatz ebenso wie zu Hause, wo das einzige, was leuchtet, die Sammlung von Blut- und Urinproben im Kühlschrank ist. Selbst beim Tanzvergnügen in einer Bar wie aus den 30er Jahren wirken die Menschen wie Automaten. Um so stärker wirkt die Echtheit, mit der Jerome seine Verzweiflung nach außen trägt - ein beeindruckendes Hollywood-Debüt des britischen Schauspielers Jude Law.

    Das Katz-und-Maus-Spiel des "Gattaca"-Hochstaplers ist gekonnt und spannend in Szene gesetzt. Ethan Hawke ist mit seinem Sensibilität ausstrahlenden, sympathischen Gesicht die perfekte Besetzung als Vincent, der als Diskriminierter das Recht hat, die Regeln zu brechen. "Er repräsentiert uns alle. Er hat Schwächen; dabei ist er aber jemand, der das Blatt, das ihm ausgeteilt wurde, nicht einfach akzeptiert", erklärt der Regisseur. Dagegen weiß Jerome mit seinen genetischen Privilegien nichts anzufangen, er hat kein Ziel und keine Träume. Viel zu aufdringlich aber ist die Metaphorik des Bruderkampfs, der am Schluß noch einmal eine an den Haaren herbeigezogene Fortsetzung findet.

    Bei den Dreharbeiten sind Uma Thurman und Ethan Hawke auch privat ein Paar geworden. Vor kurzem wurde ihr erstes Kind geboren.

    Inge Treichel, AP

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