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Kritik: Schwulenkomödie "In Out"

Berlin (dpa) – Seine weiblichen Fans lieben Tom Selleck als "Magnum"-Macho mit Hawaihemd und Ferrari. Neuerdings küßt der hochgewachsene Beau aber nicht nur schöne Frauen, sondern auch verdutzte Männer. In der Komödie "In Out" spielt der 53jährige Selleck nämlich einen schwulen Klatschreporter. Opfer von Sellecks Kuß-Attacke ist in "In Out" Kevin Kline ("Der Eissturm", "Ein Fisch namens Wanda"), der einen spießigen Kleinstadt-Lehrer verkörpert. Der langjährige Theaterschauspieler Kline ist an solcherlei Übergriffe von Kollegen aber gewohnt. "Ich habe schon auf der Theaterbühne Männer geküßt", sagte er im dpa-Gespräch.

Schauplatz der Komödie "In Out" von Frank Oz ("Der kleine Horrorladen", "Housesitter") ist ein kleines Städtchen in der amerikanischen Provinz. Dort wird der Lehrer Howard Brackett, hinreißend komisch gespielt von Kline, auf sehr ungewöhnliche Art als homosexuell geoutet. Sein ehemaliger Schüler (Matt Dillon), mittlerweile ein erfolgreicher Schauspieler, dankt bei der "Oscar"- Verleihung nicht nur Regisseur und Produzent seines neuesten Films, sondern auch seinem ehemaligen schwulen Lehrer.

Der Skandal in der Kleinstadt ist perfekt, denn Brackett will in wenigen Tagen heiraten und behauptet felsenfest, er sei auf jeden Fall "ganz normal". Der Aufruhr lockt die Fernseh-Reporter gleich scharenweise an, mit dabei ist auch Sensationsreporter Peter Malloy (Selleck), der selbst homosexuell ist. Er verhilft dem geschockten Kleinbürger Brackett schließlich behutsam zum schwulen Coming Out.

Kline, an der Seite von John Cleese und Steve Martin bereits in zahlreichen Erfolgsfilmen zu sehen, setzt in "In Out" ganz auf sein komödiantisches Talent. Seine Fähigkeit, mit verblüffender Leichtigkeit die absurdesten Szenen zu spielen, brachte ihm bereits einen "Oscar" als bester Nebendarsteller in "Ein Fisch namens Wanda" ein. "Ich mochte das Drehbuch von 'In Out' von Anfang an", sagte Kline. "Es ist eine romantische Komödie, ein bißchen altmodisch".

Bis zum Showdown vor dem Traualtar wandelt sich der Lehrer vom Spießer zum lebenslustigen Schwulen. Selleck fungiert dabei als charmanter Stichwortgeber, der sich am Ende sogar mit seinem Opfer anfreundet. Bei den Homosexuellen in den USA sei der Film sehr gut angekommen, meinte Kline. Der Film räume auf unterhaltsame Weise mit den Vorurteilen der Menschen auf. "Eines der schwierigsten Dinge ist es ja, mit einer Komödie etwas Ernstes zu erzählen".

Einen hinreißenden Gastauftritt hat in "In Out" übrigens Supermodel Shalom Harlow. Sie macht als als zickige und spindeldürre Freundin ("Ich laufe heute noch für Chanel. Ich muß also noch duschen und kotzen.") dem frischgebackenen "Oscar"-Preisträger (Dillon) das Leben schwer.

Von Elke Vogel, dpa

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