Kritik: Schwein, Neid und Gesang

Ein sprechender Kombüsen-Hummer, Ratten-Touris auf Pauschalreise und eine frankophil angehauchte Schweinekönigin – die „muppetisierte“ Fassung des Romans von Robert Louis Stevenson zollt der Vorlage nicht allzuviel Respekt. Aber wen – außer die notorischen Nörgler Statler und Waldorf – stört das schon, ist doch die Story jedem bekannt: Dreikäsehoch entdeckt Schatzkarte, macht sich mit einem Schiff auf die Reise zum Inselversteck und findet nach einigen Abenteuern, was er suchte.

An dieses Muster halten sich auch die recht sangesfreudigen Muppets, in Bestlaune unterstützt von Tim Curry. Dank seiner glubschäugigen Mimik wird er als Long John Silver seinen Mitstreitern Kermit Co. immer ähnlicher. Perfekt wäre der Familienspaß, hätte Regisseur Brian Henson die Rolle des Heldenjungen nicht mit einem arg bläßlichen Newcomer (Kevin Bishop) besetzt. Und: Mehr Muppets wäre mehr gewesen. Das zeigt das Finale. Für einen Film, der Superstar Miss Piggy bis zum letzten Viertel vorenthält, verbietet sich die Höchstwertung automatisch. Ph! Stephan Millies

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