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Kritik: Schweiger in "Knockin' on Heaven's Door" erstmals auch Produzent

Hamburg (AP) In "Knockin' on Heaven's Door" hat Til Schweiger gleich zwei Aufgaben: Er spielt die Hauptrolle und hat den Film produziert.

Als Regisseur suchte er sich den Newcomer Thomas Jahn, der zum ersten Mal einen größeren Film drehte. Herausgekommen ist ein für deutsche Verhältnisse flotter Film, der sich leider nie so recht entscheiden kann, ob er nun ironisch sein will oder nicht.

Die Story: Martin Brest (Schweiger) und Rudi Wurlitzer (Jan Josef Liefers) treffen sich im Hospital. Beide haben nur noch kurz zu leben, sagen die Ärzte, aber dafür machen sie einen sehr vitalen Eindruck. Brest ist der rauhe Typ mit dem guten Herz, Wurlitzer der in sich gekehrte Schöngeist.

Zusammen klauen sie sie ein altes schönes Auto und machen sich auf den Weg zum Meer, weil Wurlitzer es noch nie gesehen hat. Unterwegs geraten sie in allerlei Schwierigkeiten, weil das Auto Gangstern gehört, die Polizei ihnen auf den Fersen ist und sie zwischendurch auch noch zu Muttern müssen und in den Puff. Am Ende sitzen sie dann am Strand und Brest (Schweiger) kippt tot um.

Während Schweiger vor allem den Schweiger-Stereotyp gibt, fallen in der Besetzung vor allem die Nebenrollen auf: Großartig sind vor allem die Gangster Henk und Abdul, gespielt vom Luxemburger Thierry von Werveke und dem Nachwuchstalent Moritz Bleibtreu. In grenzenloser Trotteligkeit verfolgen sie die beiden Helden, weil das geklaute Auto dem Gangsterboß gehört.

Andere kleine Rollen sind mit deutscher Filmprominenz besetzt: Corinna Harfouch, Hannes Jaenicke, Cornelia Froboess sowie in einer kleinen Szene Hollywood-Star Rutger Hauer. Auch die Familie Schweiger kommt nicht zu kurz: Ehefrau Dana und Sohn Valentin sind ebenfalls dabei.

Bei aller Spielfreude bleibt es ärgerlich, daß Regisseur und Produzent sich nicht wirklich entscheiden können, was sie wollen: Es gibt großangelegte Schießereien, die beinahe schon so überzogen sind wie in "From Dusk till Dawn". Und es gibt rührselige Dialoge zwischen den beiden Todeskandidaten, die aus billigen Arztromanen stammen könnten.

Von AP-Korrespondent Claus-Peter Tiemann

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