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    Tod sinniertKritik: Schockierende Schülertragödie

    Berlin, Sommer 1927: Mit koketten Kommentaren mischt sich eine 16-Jährige (Anna Maria Mühe) in das Gespräch ihres älteren Bruders (August Diehl) ein, der im Wochenendhaus ihrer Eltern mit seinem Freund (Daniel Brühl) ausgiebig über Themen wie Liebe, Leben und

    Der schüchterne Schulkamerad verliebt sich sofort in dieses frühreife Früchtchen, doch nach einem kurzen Flirt wird er eiskalt von ihr abserviert. Mit dem zeitlosen Jugend-Drama «Was nützt die Liebe in Gedanken» bringt der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Achim von Borries («England!») eine schockierende Schülertragödie auf die Kinoleinwand, die sich tatsächlich in den 20er Jahren in Steglitz ereignete.

    Uraufführung auf Redfords Sundance Film Festival

    Nach der Uraufführung auf Robert Redfords renommiertem Sundance Film Festival wurde der Streifen jetzt auch im Panorama-Programm der Berlinale gezeigt. Produziert hat das Spielfilmdrama die Berliner Erfolgsfirma X-Filme Creative Pool, die auch für den Kinohit «Good Bye, Lenin!» verantwortlich zeichnet. Borries hatte an der Erfolgskomödie als Autor mitgearbeitet.

    Universelle Geschichte über Jugendliebe, Träume, Wünsche und Hoffnungen

    Gemeinsam mit seinem Co-Autor Hendrik Handloegten («Liegen Lernen») verfasste er auch das Skript zu «Was nützt die Liebe in Gedanken», bei dem ihnen als Vorlage unter anderem eine umfangreiche Recherche-Sammlung zu dem authentischen Fall diente. «Es hat mich fasziniert», sagt von Borries, «eine universelle Geschichte über Jugendliebe, Träume, Wünsche und Hoffnungen zu erzählen, die der Suche nach dem Selbst und seinem eigenen Platz in der Welt nachgeht».

    «Den Selbstmörderclub der Jugendlichen gab es wirklich»

    In ihrer von Liebeskummer, Weltschmerz und Melancholie geprägten Stimmung schwören sich die beiden Gymnasiasten, ihrem Leben in dem Augenblick ein Ende zu setzen, in dem sie keine Liebe mehr empfinden. Als sie nach einer berauschten Party-Nacht beide zu der Erkenntnis gelangen, dass sie von ihrer großen Liebe enttäuscht worden sind, eskaliert die Situation. «Den Selbstmörderclub der Jugendlichen gab es wirklich», betont der Regisseur, «doch ich habe ihn im Film nicht in den Vordergrund gestellt, weil er am Ende durch die Tat eine ganz andere Bedeutung erhält».

    Parallelen zwischen Jugend der 20er und heute

    Zwischen dem Lebensgefühl der Jugendlichen in den 20er Jahren und heute sieht von Borries durchaus Parallelen. «Die damalige Generation hat nicht offen gegen das Establishment rebelliert, sondern ist eher den individualistischen, hedonistischen Rückzug angetreten. Insofern besteht eine Ähnlichkeit zu der heutigen Generation, der immer wieder Konformismus vorgeworfen wird.»

    Junge Shooting-Stars waren die Traumbesetzung

    Um die Emotionen der beiden Hauptfiguren überzeugend auf die Leinwand zu bringen, traf sich der Regisseur vor den Dreharbeiten mit den beiden Darstellern Brühl und Diehl zu stundenlangen Gesprächen, in denen sie sich intensiv über die Charaktere und deren Lebensphilosophien austauschten. Beide deutschen Shooting-Stars waren für ihn von Anfang an die Traumbesetzung für diese Rollen. Als wesentlich schwieriger erwies sich die Suche nach einer passenden Darstellerin für die lebenslustige, kleine Schwester. «Wir haben ein großes Casting veranstaltet, um zu sehen, in welcher Konstellation es wirklich zwischen den Paaren funkt.»

    Zu unterkühlt: Film-Emotionen gehen nicht unter die Haut

    Mit «Was nützt die Liebe in Gedanken» hat von Borries ein sehr unterkühlt wirkendes Pubertätsdrama über zwei Jugendliche zwischen Liebe, Leidenschaft, Lust und Frust inszeniert, das jedoch nicht unter die Haut geht. Je mehr das Gefühlsleben der beiden Protagonisten von ihren emotionalen Untiefen aufgewühlt wird, desto stärker erstarren ihre Gesichter zu einer Maske, die schließlich nur noch manieriert wirkt. Verbissen und verbohrt manövrieren sie sich gegenseitig immer tiefer in einen gefährlichen Strudel aus Enttäuschung, Hass und Hoffnungslosigkeit, aus dessen Sog es erwartungsgemäß kein Entrinnen mehr gibt.

    AUTOR, dpa

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