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Kritik: "Schneller als der Tod"

Sie raucht den Zigarillo wie einst Clint Eastwood, hat den unbewegten Blick von John Wayne und zückt ihr Schießeisen genauso schnell wie Gary Cooper. In Sam Raimis Western-Hommage leben die Mythen der Pferdeoper ein allerletztes Mal auf. Erotik-Spezialistin Sharon Stone stapft hier als Revolverheldin Ellen durch eine zusammengeklaubte Geschichte, die so löchrig ist wie bald die Körper der darin auftretenden Cowboys. Ellen will den Tod ihres Vaters rächen und kommt dazu in ein von dem Despoten Herod (überzeugend wie immer: Gene Hackman) tyrannisiertes Städtchen. Herod ist der Mörder ihres Vaters, aber um diesen vor ihre Kanone zu bekommen, muß sie sich einem Schießwettbewerb stellen, in dem sich alljährlich die besten Schützen der Umgebung zu einem bleihaltigen Duell unter stechender Sonne treffen.

Mit dieser simplen Dramaturgie hechelte sich dieser belanglose Film nun wie in der Sportschau von Duell zu Duell, zeigt hier ein paar subversive Typen, huldigt dort mit unnötigen visuellen Spielereien auf unfreiwillig komische Weise dem Italo-Western und besitzt dabei insgesamt ungefähr den Spannungsgrad eines Telefonbuches. Letztlich ist der Film nur ein Steigbügelhalter für seinen Star Sharon Stone. Doch die kann sich gegen das hilflose Drehbuch auch nicht mit Zigarillos, Stahlblick und Revolver wehren. Ein wirklich lächerlicher Film, der ernster genommen werden will, als er es verdient. eve

Copyright: DIE WELT, 9.11.1995

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