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Kritik: Schmutziger Bildertornado

Rasant, laut und schmutzig taumeln in dem Drogenfilm "Spun" eine Hand voll junger Typen durch eine öde US- Angetrieben werden sie von jeder Menge Speed aus der in einem Motel untergebrachten Hexenküche von "The Cook" (Mickey Rourke), die jederzeit in die Luft zu fliegen droht.

Regisseur Jonas �kerlund entfesselt einen schrillen Bildertornado. Vor seinem Film gewordenen Amphetamintrip fiel der Schwede vor allem durch Madonna- Videos auf. Jedes Mal, wenn der Spun, das Abtörnen, droht, zieht sich Hauptfigur Ross (Jason Schwartzman) wieder was rein.

In seiner Bude lässt der heruntergekommene Collage-Abbrecher eine Stripperin einfachheitshalber gleich angekettet im Bett zurück, während er mit "The Cook" durch Supermärkte und Bars zieht - in der Hoffnung auf neuen Stoff und irgendeinen Job. In einer zugemüllten Wohnung hängt ein Kleindealer mit seiner Freundin herum. Drogenfahnder – ebenfalls auf Dope – stürmen einen alten Wohnwagen, in dem sie andere Mitglieder der Dealergang vermuten.

Zynische Satire und Parodie auf den amerikanischen Traum

Mit Schnittfolgen bis zum Abwinken, eingebauten Comic-Strips, Zeitraffern, eingeschnittenen Perspektiven aus Überwachungskameras und jeder Menge Großaufnahmen von Cola- und Bierdosen und anderem Konsumschrott dreht "Spun" mächtig auf. Die Figuren dagegen verharren in einer Art Schwebezustand kurz vor dem Abgrund. Nur selten schafft eine den Absprung wie die Freundin von "Cook" (Brittany Murphy), die irgendwann in einen Überlandbus steigt und aus der überdrehten Szenerie flüchtet.

Streckenweise ist der Film als zynische Satire und Parodie auf den amerikanischen Traum angelegt, etwa wenn Mickey Rourke in einem Pornoladen vor Stars und Stripes ein todernstes Hohelied auf weibliche Geschlechtsteile anstimmt. Überhaupt gewinnt der 52-Jährige als alternder Drogenbaron mit weißem Cowboyhut, aber ohne Führerschein in "Spun" neue Größe – sein Speedkoch ist ein ironischer Abgesang auf Rourkes mehr oder weniger coole Macho-Typen vergangener Zeiten.

Moral wird kleingeschrieben

Zu ernsthaften Debatten über Recht auf Rausch und die Übermacht der Drogen in miesen Zeiten und Gegenden – wie vor sieben Jahren "Trainspotting" aus England, der beste Drogenfilm der jüngeren Zeit - taugt "Spun" dagegen weniger. In der Hauruck-Variante aus den USA legen sich eher Ekel- und Lachattacken über mögliche moralische Bedenken.

Basil Wegener, dpa

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