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Hamburg

Kritik: Romantische Komödie

dpa

Keine Frage, die Zeiten ändern sich. Waren es früher einsame Prinzessinnen und arme Journalisten wie Audrey Hepburn und Gregory Peck, die sich gegen alle Standesunterschiede zu ihrer Liebe bekannten, so sind es heute der Präsident der USA und eine Öko-Lobbyistin. In "Hallo, Mr. President" hat der amerikanische Erfolgsregisseur Rob Reiner ("Harry und Sally") einmal mehr eine romantische Komödie inszeniert, die neben Herz/Schmerz und Humor auch handfeste Sympathiebekundungen für das Amerika des Bill Clinton enthält.

Mit Michael Douglas in der Titelrolle und Annette Bening als Lobbyistin Sydney Wade, die ein schwieriges Schadstoffgesetz durchsetzen will, hat Reiner sich nicht nur auf den Charme seiner Geschichte, sondern auch auf die Ausstrahlung seiner Stars verlassen. Ausgerechnet im Weißen Haus begegnen sich die beiden das erste Mal. Der Präsident ist gleich entflammt, während Sydney an einen bösen Scherz glaubt. Sie und der erste Mann der freien Welt ein Liebespaar? Doch bei ihren ersten Gehversuchen auf diplomatischem Parkett muß die engagierte Frau lernen, daß ihrem Verehrer schwer zu widerstehen ist. Mr. President sprüht vor Charme - wenn er nicht gerade die Welt retten muß.

Reiner zeigt nebenbei auch viel vom Alltag einer US-Regierung - das war ihm ein Anliegen. "Ja, natürlich ist dieser Film auch politisch", bestätigt der Regisseur, "ich wolte darstellen, daß es in der als konservativ geltenden Unterhaltungsmaschine Hollywoods auch starke liberale Kräfte gibt." Reiner, der in den sechziger Jahren gegen den Vietnamkrieg demonstrierte, sieht darin eine Verpflichtung als Regisseur und Künstler. Die schweren sozialen Probleme Amerikas übersieht er dabei aber nicht. "Natürlich haben wir eine Menge Schwierigkeiten", meint Reiner, "aber trotzdem halte ich eine demokratische Regierung für die beste aller möglichen."

"Das Wichtigste, was ich bei diesem Film gelernt habe, ist, daß man völlig verrückt sein muß, um Präsident der Vereinigten Staaten werden zu wollen", stellt Reiner fest, "diese Menschen haben kein Privatleben, stehen immer unter Zeitdruck. Dagegen ist der Terminkalender eines Managers ein Witz". Was Clinton persönlich von dem Film und seinem Alter ego Douglas hält, weiß der Regisseur nicht. Aber immerhin orderte das Weiße Haus bereits eine Kopie des Films – zwecks Privatvorführung.

Von Katharina Reismann, dpa

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