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    Kritik: Richerd Gere im Griff des bösen Geistes

    Verquaste Handlung um echte Tragödie

    Der Autor John A. Keel hat in seinem Buch `The Mothman Prophecies" ein von den verschwörungshungrigen Amerikanern viel gelesenes Buch über die seltsamen Ereignisse verfasst. Der Stoff hat Hollywood schon lange gelockt, nun hat Mark Pellington daraus einen Mystery-Thriller für die Leinwand gemacht, der am 25. April in die Kinos kommt. Mit Richard Gere in der Hauptrolle präsentiert Pellington einen attraktiven Star, der gleichwohl die beunruhigende Geschichte um den `Mothman" und die Tragödie am Ohio River auch nicht retten kann.

    Der eigens für die Kinofassung erfundene Held des Geschehens ist der von Superstar Gere verkörperte Erfolgsjournalist John Klein, der seine geliebte Ehefrau Mary nach einem so tragischen wie unerklärlichen Unfall verliert. Kurz vor ihrem Tod hat Mary seltsame Zeichnungen einer eigentümlichen Kreatur mit roten Glühaugen angefertigt. Doch was wollte sie damit sagen? Erst als Klein zwei Jahre später auf einer Dienstfahrt in die Gegend um Point Pleasant gerät, bekommt er Kenntnis von rätselhaften Begegnungen etlicher Bewohner dort mit einer Erscheinung, die nur allzu genau der ähnelt, die seine sterbende Frau aufs Papier gebracht hatte.

    Nun ist Klein davon besessen, das Geheimnis des `Mottenmannes" zu lösen. Er macht die Bekanntschaft der Kleinstadtpolizistin Connie Parker, befragt die Menschen in Point Pleasant und wird gewahr, dass ausgerechnet er das Medium sein könnte, die Welt vor einer Katastrophe zu warnen, die er indessen nicht mehr verhindern kann. Wie es ihm und der netten Connie dabei ergehen wird, sei hier aber nicht verraten. Regisseur Pellington hat bereits in seinem letzten Film `Arlington Road" aus dem Jahr 1999 ein düsteres Verschwörungsdrama vorgelegt und wandelt mit seinem neuen Streifen folglich in vertrauten Bahnen.

    Gleichwohl muss `The Mothman Prophecies" mit seiner eher abstrus verquasten als schauerlich-beunruhigenden Geschichte als misslungen bezeichnet werden: Zum Gruseln bringt uns das optisch nicht sonderlich originell gezeichnete Gespenst keineswegs, Gere ist als Reporter so unglaubwürdig wie als treusorgender Ehemann, die in früheren Rollen herausragende Laura Linney als Polizistin wird vom Drehbuch klein gehalten. Einzig der finale Brückeneinsturz ist glänzend inszeniert. Aber bis es soweit ist, kann der mysteriöse `Mottenmann" vom Ohio die Spannung schon längst nicht mehr fesseln.

    Wolfgang Hübner, AP

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