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    Kritik: "Rendezvous mit einem Engel"

    Hamburg (dpa) - Singen kann sie, keine Frage: Whitney Houston dürfte sich nach ihrem stimmgewaltigen Filmeinstand in "Bodyguard" ab nächsten Donnerstag erneut in die Herzen Das Herz eines attraktiven Himmelsboten hat sie damit schon erobert: "Rendezvous mit einem Engel" heißt ganz treffend Penny Marshalls neues Werk, ein Remake von "The Bishop's Wive" (1947), für den einst Billy Wilder das Drehbuch schrieb.

    An Stelle von Cary Grant zeigt nunmehr "Oscar"-Preisträger Denzel Washington sein smartes Lächeln - in Deutschland leider nur einen Monat zu spät, denn die Geschichte spielt mitten im verschneiten Weihnachtsambiente.

    Die konventionelle Story um eine schwarze Pfarrerfamilie, die wegen des allzu emsigen Arbeitseinsatzes des Ehemanns (Courtney B. Vance) auseinanderzubrechen droht, ist klassischer Hollywood- Stoff. Allen Glaubenskrisen und Familienproblemen zum Trotz ist ein glückliches Ende des komplett im afro-amerikanischen Umfeld angesiedelten Märchens von Anfang an abzusehen - nicht zuletzt dank der himmlischen "Hilfe von oben". Als wundertätiger Engel trägt Washington zwar keine Flügel, dafür aber stets elegantes Edel-Outfit in Grau.

    Whitney Houston schreitet daneben mit bravem Frisürchen im Strickensemble relativ hausbacken einher, aber schließlich soll sie ja auch in erster Linie singen. Sie leitet den Gospelchor der Kirchengemeinde ihres Mannes - und kehrte damit nach eigenen Angaben zu ihren Wurzeln zurück. "Ich hatte die Gelegenheit, Gospel zu singen - die Musik, die mir am besten gefällt", sagte Houston, die als Kind Mitglied in einem Baptistenchor war.

    Musik ist Dreh- und Angelpunkt des Films: Immer wenn's nicht so recht weitergeht, stimmt Whitney den nächsten ergreifenden Gospel- oder Liebessong an. Ihr Mann, der am Glauben und an sich selbst zweifelt, der kleine Sohn, der unter dem Verlust des Freundes leidet, und die attraktive Mutter (Jenifer Lewis), die schmerzlich einen Mann vermißt, können damit immer wieder bei Laune gehalten werden.

    Wer diese Art Musik mag, dem dürfte ein Schauer nach dem anderen den Rücken runterjagen - der Soundtrack stammt schließlich von einem Meister des Fachs, dem deutschen Komponisten und "Oscar"-Preisträger Hans Zimmer. Auch Penny Marshall hatte nichts gegen eine musikalische Schwerpunktsetzung statt komplizierter Geschichten: "Ich mag, wenn man die Elemente eines Drehbuchs soweit reduzieren kann, daß es möglich wäre den Inhalt in einem Satz zu formulieren."

    Vor allem zum Ende hin wird der dank Weihnachtszeit sowieso schon sehr rührselige Film dann jedoch fast durchgängig zum Musik-Clip, der die christliche Botschaft von Liebe, Neuanfang und Versöhnung mit reichlich Pathos beschwört. Mit einem Unterschied: Whitney trägt statt Strickjäckchen nunmehr einen lindgrünen Chorsängermantel mit Puffärmeln - was allerdings auch nicht wesentlich kleidsamer ist.

    Von Andrea Barthelemy, dpa

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