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    Kritik: Racheengel im Wutrausch

    In "Extreme Rage" zeigt Vin Diesel einmal mehr Muskeln. Der Action-Star aus "The Fast And The Furious" kehrt in F. Gary Grays ("Verhandlungssache") Streifen den harten Kerl hervor - im Kampf gegen die mexikanische Drogenmafia und aus blinder Rache.

    Ein "Guter" war DEA (Drug Enforcement Agency)-Agent Sean Vetter (Vin Diesel) allerdings auch nicht, bevor er in extreme Rage geriet: Er und Partner Demetrius Hicks (Larenz Tate) sind bekannt für ihre nicht eben zimperlichen Einsätze im Kampf gegen Drogen. Vermutlich weil das so ist, landen sie einen ihrer größten Erfolge: Sie bringen Kartellboss Memo Lucero (Geno Silva) hinter die Gitter eines Hochsicherheitsgefängnisses.

    Aus Ehemann und Katzenpapi wird kaltherziger Einzelkämpfer

    Doch die Ruhe beim mexikanischen Baja-Kartell währt nicht lange - im Gerangel um die Nachfolge Luceros tut sich ein unsichtbarer Teufel hervor, Diabolo genannt. Ihm gilt nun Vetters Aufmerksamkeit, doch wer schon Teufel heißt, wird seinen Gegnern gegenüber kaum Gnade walten lassen. So setzt Diabolo Killer auf die einzige Konstante in Vetters Leben an: seine Frau Stacy (Jacqueline Obradors). An diesem Punkt gerät "Extreme Rage" in Fahrt. Aus dem liebevollen Ehemann und Katzenpapi wird ein kaltherziger Einzelkämpfer, der in dem Wutrausch, den Mord an seiner Frau zu rächen, sogar mit der verhassten dunklen Seite kooperiert.

    Gnadenloses, brutales Männerspiel mit ungebremst rasanter Erzählstruktur

    Ähnlich wie in "xXx - Triple X" kann Vin Diesel auch hier unter Beweis stellen, dass er der Richtige ist, um das Action-Genre neu zu beleben: Ein riesiges Muskelpaket mit braunen Teddy-Augen, wild tätowiert, doch ungeheuer zahm, wenn es darum geht, die geliebte Frau in die großen, kräftigen Arme zu schließen. "Extreme Rage" ist ein gnadenloses, brutales Männerspiel, mit ungebremst rasanter Erzählstruktur und einer typischen Männermoral, die da lauten dürfte: Wenn es darauf ankommt, gehst du den gefährlichsten Weg auch allein.

    Tiefe Gefühle verrauchen unter fliegenden Fäusten

    Und so wird aus dem strahlenden Helden ein böser Bube, dem Rache Herz und Hirn vernebeln. Vetter ergötzt sich in Gewalt und verliert dabei seine Freunde, seinen Job und zuletzt sich selbst. Diesel scheint wie gemacht für diese Art Feldzug. Was ihm dabei fehlt, ist lediglich eine Verletzlichkeit wie die zum Beispiel eines Nicolas Cage. Die tiefen Gefühle nämlich, die Vetter und Stacy beim Tanz in den Sonnenuntergang erleben und die ihm später den Antrieb für seinen Kampf geben, verrauchen unter all den fliegenden Fäusten und Kanonenkugeln.

    Alexandra Pilz, ddp

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