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Kritik: Perdita und Romeo auf dem Gewalt-Trip

Sie sind Killer, verachtenswerte Kreaturen mit hoher krimineller Energie. Perdita Durango und Romeo Dolorosa vernichten alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Als sich die beiden an der Grenze zwischen Mexiko und Texas treffen, ist es animalische Anziehung auf den ersten Blick. Eine unheilvolle Verbindung: der abgedrehte Bandit Romeo, der Banken überfällt und für seine unheimlichen Opferkult-Rituale Tote aus ihren Gräbern raubt und die Exprostituierte, die über Leichen geht.

Der Film "Perdita Durango", der am 29. Oktober in den deutschen Kinos anläuft, ist nichts für Zartbesaitete. Wer glaubt, die ganze Palette von Gewalt auf der Leinwand zu kennen, wird in dem Streifen des spanischen Regisseurs Alex de la Iglesia eines Besseren belehrt. Perdita und Romeo – gespielt von Rosie Perez und Javier Bardem – sind ein mörderisches Filmpaar, wie es kaltschnäuziger nicht sein könnte. Gleich zu Beginn graust es den Zuschauer beim Anblick einer Leichenschändung – eine fürchterliche Prozession, bei der sich Romeo als Teufelsaustreiber dem mexikanischen Voodoo voll hingibt.

Perdita kommt dann aus lauter Langeweile auf die Idee, einen Menschen umzubringen und zu essen. Es trifft zwei Unschuldslämmer: die Teenager Estelle und Duane werden kurzerhand von der Straße weg gekidnappt. Perdita verspricht dem braven Paar Weihnachten in der Hölle. Sie sollen in einem Ritual geopfert werden. Das, was die beiden dann mit dem mörderischen Duo erleben, geht über die menschliche Vorstellungskraft vom Bösen und Widerwärtigen hinaus.

"Perdita Durango" erzählt eine Geschichte über eine animalische Beziehung, Verrat, menschliche Grausamkeit und Tod. Die beiden Hauptfiguren geben dem Film, der auf einem realen Hintergrund beruht, seine Unverwechselbarkeit. Der wahre Romeo Delorosa, ein Mexikaner namens Adolfo de Jesus Constanzo, wurde 1989 verhaftet. Gemeinsam mit der Mexikanerin Sara Maria Aldrete soll er eine Reihe von Menschen in Ritualen geopfert haben. Die Realität scheint noch schlimmer zu sein als der Film. Angeblich trug Constanzo ein menschliches Rückgrat als Krawatte.

Doch auch der Film ist starker Tobak für die Nerven. Eine schockierende Szene folgt der anderen, eine Unappetitlichkeit übertrifft die nächste. Wer sich diesen Streifen anschaut, sollte bereit sein zu einem Horrortrip. Eintritt wird übrigens trotzdem verlangt.

Susann Huster, AP

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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