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Kritik: Patrick Stewart als friedliebender Mutant

Comic-Helden wie Superman und Batman bekommen Konkurrenz: "X-Men – Der Film" wartet gleich mit mehreren heroischen Figuren auf. In der Rolle ihres Anführers macht "Star Treck"-Kapitän Patrick Stewart eine gute Figur.

Und doch wurde an seiner Seite ein neuer Star geboren: Wolverine begeisterte bereits das amerikanische Publikum. Vom kommenden Donnerstag an ist der wilde Kämpfer mit dem weichen Kern in deutschen Kinos zu sehen.

Amerika, in der nahen Zukunft: Die Menschen fühlen sich von einer sozialen Randgruppe bedroht, den Mutanten. Sie leben mitten unter ihnen und unterscheiden sich optisch kaum, sind aber durch spezielle Fähigkeiten den Normalsterblichen überlegen. Eine Meldepflicht soll sie kontrollierbar machen. Bei den Mutanten zeichnen sich zwei Strategien ab, Diskriminierung und Anfeindungen zu begegnen: Nach friedlicher Koexistenz streben Professor Charles Xavier (Stewart) und seine Getreuen. Gegenspieler Magneto (Ian McKellen) dagegen sieht die Übernahme der Vorherrschaft durch die Mutanten als einzige Lösung an.

"X-Men – der Film" gehört der Sparte leichte Unterhaltung an und bietet viel fürs Auge, erfreut aber dennoch mit Ironie und Humor. Obwohl dem Film eine in den USA populäre Comic-Serie zu Grunde liegt, inszenierte Bryan Singer keine typische Comic-Verfilmung. Action- und Fantasy-Anteil lässt er zu Gunsten dramatischer Erzählmomente zurücktreten. Die außergewöhnlichen Kräfte der einzelnen Mutanten sind eher ein Akzent, den Schwerpunkt legt der Regisseur auf die emotionale Qualität der Figuren. Seine Darsteller setzen diesen Ansatz gekonnt um und lassen auf der Leinwand stimmige Charaktere lebendig werden.

Das Budget von 80 Millionen Dollar wurde unter anderem in einige hervorragende Spezial-Effekte investiert. Beeindruckend sind etwa die Szenen, in denen der Einzelgänger Wolverine (Hugh Jackman) aus seiner Hand plötzlich rasiermesserscharfe Krallen herausfährt. Auch seine Mitstreiter Cyclops (James Marsden), Jean Grey (Famke Janssen), Storm (Halle Berry) und Rogue (Anna Paquin) setzen Superkräfte gegen die militanten Mutanten um Magneto ein. Doch die aufregende Mystique (Rebecca Romijn-Stamos) – sie kann sich in jede erdenkliche Daseinsform verwandeln – schlägt ebenso zurück wie ihr Kollege Toad (Ray Park), der so einiges mit seiner dreieinhalb Meter langen und außergewöhnlich flexiblen Zunge anzufangen weiß.

Sollten die "X-Men" in die Fußstapfen von "Batman" treten und Kinofortsetzungen gedreht werden, kann es trotz der vielen interessanten Figuren darin künftig nur einen Mittelpunkt geben: Wolverine, eine Kampfmaschine, in deren Brust zwei Seelen wohnen. Dem bislang unbekannten 31-jährigen Darsteller Hugh Jackman gelang es durch sein Spiel, Wolverine zum Publikumsliebling zu machen. Wie seinen Landsleuten Mel Gibson und Russell Crowe ("Gladiator") könnte dem Australier nun eine Hollywood-Karriere bevorstehen.

Silke Weiss, dpa

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