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Kritik: Olga Benario, ein Leben für die Revolution

Eine anrührende und zudem wahre Geschichte liegt dem Spielfilm «Olga» des brasilianischen Regisseurs Jayme Monjardim zu Es ist die Lebens- und Liebesgeschichte der deutschen Kommunistin und Jüdin Olga Benario Prestes (1908 -1942).

1925 verlässt die in München aufgewachsene Olga (Camila Morgado) mit 17 Jahren ihr gutbürgerliches Elternhaus, um sich der kommunistischen Bewegung anzuschließen. Sie wird die Frau des brasilianischen Revolutionärs Luis Carlos Prestes und später von den Nazis ermordet.

Leider bleibt der Film weit unter dem Anspruch und den Möglichkeiten des großen, tragischen Stoffs. Zu simpel ist der Streifen konstruiert, der Episode um Episode aneinander reiht und meist wie ein Kostümfilm wirkt. Zu klischeehaft und blass agieren die Schauspieler, zu hölzern sind die Dialoge. So ist beispielsweise die Liebesbeziehung zwischen den beiden Revolutionären Olga Benario und Luis Carlos Prestes, eigentlich Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, für den Zuschauer psychologisch kaum nachvollziehbar.

In Brasilien war «Olga», einer der teuersten und aufwendigsten Spielfilme in der Geschichte des Landes, gleichwohl ein Riesenerfolg. Die Geschichte über diese Liebe in einer schrecklichen Zeit wirkt auf viele immer noch faszinierend. Und Luis Carlos Prestes, auch «Ritter der Hoffnung» genannt, ist in Brasilien eine Legende. In den 20er Jahren hatte er einen Offiziersaufstand angeführt und war dann ins Exil gegangen. Später schloss er sich den Kommunisten an und reiste nach Moskau. Dort kreuzten sich sein und Olgas Weg.

Olga Benario hatte 1928 in Berlin ihre Jugendliebe Otto Braun in einer tollkühnen bewaffneten Aktion aus dem Kriminalgericht in Moabit befreit. Das Paar flieht nach Moskau, wo Olga bei der Kommunistischen Internationale arbeitet und militärisch ausgebildet wird. 1934 erhält sie den Auftrag, Prestes als dessen Ehefrau sicher nach Brasilien zu bringen. Aus der Farce wird ernst, beide verlieben sich ineinander. Sie wollen eine Revolution auf den Weg bringen. Doch der Aufstand scheitert 1935, die beiden werden ins Gefängnis geworfen.

Olga, die ein Kind von Carlos erwartet, wird von Brasilien an Hitlerdeutschland ausgeliefert. Das Kind bekommt sie in einem deutschen Gefängnis. Carlos' Familie kann das Kind herausholen, aber für Olga beginnt ein Leidensweg durch die Konzentrationslager. 1942 wird sie von den Nazis ermordet. Unter anderem in Berlin sind eine Straße und eine Galerie nach ihr benannt. Von Thomas Kunze, dpa

dpa

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