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Kritik: "Nur" drei Morde in "Jackie Brown"

Berlin – Der Erfolgsdruck war riesig. Drei lange Jahre ließ sich der US-Regisseur Quentin Tarantino nach seinem Kultfilm "Pulp Fiction" Zeit, um wieder einen Streifen auf den Markt zu bringen. Wie "Pulp Fiction" spielt auch "Jackie Brown" in Los Angeles, dem Großstadtmoloch, in dem Tarantino aufgewachsen ist. Gangster, Zuhälter und Drogendealer tummeln sich ebenfalls in beiden Streifen, doch da enden die Übereinstimmungen auch schon.

Rasante Schnitte, exzessive und satirisch überzeichnete Gewaltszenen waren die Markenzeichen von "Pulp Fiction". In dem Gangster-Epos "Jackie Brown" läßt sich Tarantino auf eine neue Erzählweise ein. "Die, Tarantino-Art' bedeutet jetzt, die Leute langsam zu beobachten", sagt der Hauptdarsteller Samuel L. Jackson, "der Film handelt von Menschen über 40, die etwas länger brauchen, um sich für etwas zu entscheiden."

In 154 Minuten läßt Tarantino den Zuschauer die komplexen und sorgfältig inszenierten Charaktere rund um die Stewardeß Jackie Brown kennenlernen. Als auffliegt, daß Jackie (brillant gespielt von der Pam Grier) ihr Stewardessengehalt als Drogenkurierin aufbessert, beginnt die Katz- und Mausjagd zwischen Gangstern, Polizei und leidlich Unbeteiligten.

Jackson spielt als Waffenhändler und Drogendealer Ordell wieder perfekt den supercoolen Typ, ist ein Gangster mit gepflegtem Zopf, geflochtenem Kinnbärtchen und einer nach dem neuesten Schrei eingerichteten Wohnung. Für sein gekonnt lässiges Spiel erhielt Jackson bei der diesjährigen Berlinale zu Recht den "Silbernen Bären" als bester Darsteller.

Gleich zu Beginn des Films begeistert der Schauspieler, als er lapidare Kommentare zu einem Video mit dem Titel "Chicks with Guns" gibt, in dem Bikini-Mädchen die neuesten Entwicklungen auf dem Waffenmarkt demonstrieren. Seine eigene Waffe zückt Jackson in "Jackie Brown" anders als in "Pulp Fiction" allerdings eher selten. "Nur" drei Morde sind es am Ende des Films. Zu den Toten gehört auch Robert De Niro, der dem Obergangster als trotteliger Ex-Häftling einfach nur auf die Nerven geht. Bridget Fonda in der Rolle eines aufreizenden Drogen-Girlies muß am Ende des Films ebenfalls ins Gras beißen.

Elke Vogel, dpa

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