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Kritik: Nichts ist unmöglich

Veränderung in der Luft liegt

Mit Tom Schilling, Robert Stadlober und Jessica Schwarz in den Hauptrollen erzählt der Nachwuchsregisseur die Geschichte der fiktiven Band "Apollo Schwabing", die nach den Sternen greift. Quabeck gelang ein charmantes Porträt einer wiederentdeckten Zeit, in der sich eine Jugendkultur verselbständigte – wenn auch der bedingungslose Enthusiasmus im Film nicht immer zu spüren ist.

Schon in der Eingangssequenz erfährt der Zuschauer, dass Großes geschehen wird, weil Veränderung in der Luft liegt. Harry Pritzel (Tom Schilling) ist 19, arbeitet bei einer Bank, sein Hauptinteresse aber gilt der Musik. Inspiriert von Bands wie der "Deutsch Amerikanischen Freundschaft" (DAF) packt ihn der Ehrgeiz. Als Manager von "Apollo Schwabing" hängt er sich mächtig ins Zeug, um mit seiner Münchner Amateurband bekannt zu werden – ohne Erfolg.

Traum von Konzert bringt Jungmanager in den Knast

Bis Harry ungewöhnliche Wege einschlägt. Getrieben von einer Mischung aus Überzeugung, Enttäuschung und Hoffnung, setzt der pubertierende Bänker ein gigantisches Konzert im Münchner "Circus Krone" an – mit DAF als Zugpferd und "Apollo Schwabing" im Vorprogramm.

Sein Traum bringt Harry am Ende zwar ins Gefängnis, das Publikum im "Circus Krone" aber steht Kopf, wenn Vince (Robert Stadlober), Melitta (Jessica Schwarz) und Freddie (Marlon Kittel) den Sound von "Apollo Schwabing" durch die Boxen drücken und "Wir sind Popmaschinen" propagieren.

Mischform aus Musikfilm, Drama und Love-Story

Regisseur Benjamin Quabeck konzentriert sich bei seinem Porträt jener Zeit (Drehbuch: Kathrin Richter und Ralf Hertwig, Ex-"Palais Schaumburg") auf Harrys Traum von diesem einen Konzert 1981 im Musikdorf München. Mit Jürgen Teipels Roman hat die Mischform aus Musikfilm, Drama und Love-Story nur den Namen und die zeitliche Einordnung gemeinsam. Die Figuren der Geschichte transportieren Kraft, Verzweiflung und Aufbruchstimmung, wenn auch Tom Schilling die Leidenschaft des Hauptcharakters bisweilen gut versteckt. Die Motive seines Antriebes erschließen sich jedenfalls nicht.

Prall voll Lebensgefühl und Musik

Die Stärken von "Verschwende Deine Jugend" liegen in dem vermittelten Lebensgefühl, der Musik (der Soundtrack besteht aus Originalstücken etwa von DAF und "Palais Schaumburg" sowie neuen Liedern) und in der Liebe zum Detail, was etwa in der Auswahl an Requisiten zum Ausdruck kommt.

Bernhard Blouml;chl, ddp

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