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Kritik: Neuer Geniestreich von den «Ice Age»-Macher

Nemo und Shrek bekommen mächtige Konkurrenz: Der neue computeranimierte Film «Robots» ist ein faszinierender Ausflug in eine bunte Roboter-Welt, der Witz mit rasanter Action verknüpft.

Regisseur Chris Wedge, der mit «Ice Age» schon einen Hit landete, feuert gleich in den ersten Minuten solch ein Feuerwerk an Gags und Einfällen ab, dass man sich zunächst fragt, ob es noch für den Rest reichen kann – doch «Robots» verzaubert auf ganzer Linie. Die deutschen Zuschauer können sich zusätzlich auf Stimmen von Stars wie Michael «Bully» Herbig oder Sarah Connor freuen.

In der Roboter-Welt ist buchstäblich alles – Vögel, Hunde, Laternen, Ampeln – mechanisch, grüne Rasenflächen werden poliert statt geschnitten und Babys bekommt man als Bausatz in Einzelteilen nach Hause – «Das Schönste ist ja, das Kind zu machen.» Das Baby, das am Anfang des Films zusammengeschraubt wird ist Rodney Copperbottom. Er muss in eher bescheidenen Verhältnissen aufwachsen. Sein Vater arbeitet als Tellerwäscher in einem Restaurant – genauer gesagt, als Geschirrspülautomat – und zum Wachsen reicht es für Rodney meist nur für gebrauchte Teile in der nächsten Größe.

Doch Rodney ist ein cleveres Kerlchen mit Erfinder-Talent. Er fühlt sich schnell zu Größerem berufen und beschließt, nach Robot City zu gehen, um dort dem legendären «größten Roboter der Welt», Bigweld, seine Dienste anzubieten. Doch der gute Unternehmer Bigweld ist längst in den Ruhestand gedrängt worden, und sein Nachfolger, der in poliertem Chrom erstrahlende Manager-Tyrann Ratchet hat einen diabolischen Plan: Statt güstiger Ersatzteile soll es nur noch teure, glänzende «Upgrades» geben. Wer sich die nicht leisten kann, soll auf den Schrottplatz. Kein Wunder, dass Rodney und andere einfache Roboter gegen die Zweiklassen-Gesellschaft aufbegehren.

Neben der einfallsreichen und oft umwerfend komischen Geschichte zählen die «Robots» auch technisch zum Besten, was Computeranimation bisher hervorgebracht hat: Brillante Optik, satte Farben, das ausgefallene und ausgefeilte Design der Roboter. Man kann den Film mehrere Male sehen und immer neue Einzelheiten und Gags entdecken. «Ich wollte, dass es so aussieht, als wäre der Film von einem echten Kamerateam vor Ort in Robot City gedreht worden», sagt der 47-jährige Wedge.

Es ist auch die Liebe zum Detail, die «Robots» so groß macht. Die kleinen Rost- oder Dreck-Flecken, die abgesplitterte rote Farbe an der Kaffeekannen-förmiger Nase von Rodneys Freund Fender oder eine mechanische Nachbildung des Faultiers Sid aus «Ice Age», die im Hintergrund am Bahnhof von Robot City zu sehen ist.

Das Studio Blue Sky, aus dem zuvor «Ice Age» und «Titan A.E.» kamen, rückt mit «Robots» zumindest künstlerisch in eine Reihe mit den beiden Animations-Schwergewichten Pixar («Die Unglaublichen», «Findet Nemo») und Dreamworks («Shrek», «Große Haie, Kleine Fische»). In Arbeit ist auch schon die Fortsetzung von «Ice Age».

dpa

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