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Kritik: Neue Komödie von Luc Besson

Niemand kann Luc Besson vorwerfen, er konzentriere sich als Filmregisseur und Produzent zu stark auf ein Der Taucher-Triumph "Im Rausch der Tiefe" stammt ebenso von dem 41-jährigen Franzosen wie die Killer-Streifen "Nikita" und "Leon – Der Profi", das Science-Fiction-Abenteuer "Das fünfte Element" und das Historiendrama "Johanna von Orleans".

Nach dem zumindest in Frankreich gefeierten Kassenschlager "Taxi" präsentiert Besson nun mit "Taxi Taxi" die ebenfalls im Nachbarland erfolgreiche Fortsetzung der Komödie – erneut ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, erneut mit spektakulären Stunts und rasanten Verfolgungsjagden, erneut aber auch mit einem flachen Drehbuch und einem Ensemble ohne großes Niveau.

Mehr als zehn Millionen Franzosen standen bereits Schlange, um die Fortsetzung des PS-starken Streifens "Taxi" zu sehen. Wiederum jagt der einstige Pizza-Austräger Daniel (Samy Naceri) am Steuer seines getunten Boliden mit Tempo 130 durch die Straßen von Marseille. "Keine Sorge, Monsieur, das ist nur eine Abkürzung", beruhigt er seine kreidebleichen Fahrgäste und gibt sich pfiffig-unbeschwert. Der französische Geheimdienst wird aufmerksam auf das Talent und engagiert es, um den japanischen Verteidigungsminister auf Gastreise in einer neuen gallischen Limousine mit vermeintlichen Anti-Terror- Vorzügen zu chauffieren.

Natürlich geht alles schief, der Politiker wird entführt, und der temposüchtige Daniel muss an der Seite seines tollpatschigen Polizisten-Freundes Emilien (Frederic Diefenthal) für Recht und Ordnung auf den Straßen sorgen – sehr viel mehr passiert nicht auf der Leinwand. Ebenso wie die Mechanik auf vier Rädern ist auch die Handlung von "Taxi Taxi" vorprogrammiert. Das Drehbuch, geschrieben von Besson, scheint eher eine Art Füllwerk für die Pausen zwischen den teuren und halsbrecherischen Stunts und dem hochtechnischen Schnickschnack, den Sicherheitsdienste und Terroristen präsentieren.

Rund 30 Millionen Mark hat die "Taxi"-Fortsetzung von Regisseur Gerard Krawczyk verschlungen, ein Vielfaches allerdings bereits an den französischen Kinokassen wieder eingespielt. Dabei scheint es offensichtlich wenig störend, dass es dem jüngsten Werk aus dem Hause Besson nicht nur an inhaltlichem und schauspielerischem Tiefgang fehlt, dass der Streifen schlecht geschnitten ist und nur wenige witzige Dialoge auf rund 80 Minuten Dauer verteilt sind. Das Echo der deutschen Kinofreunde wird mit Spannung erwartet: Den ersten Teil "Taxi" wollten in Deutschland nur 150.000 Menschen sehen.

Martin Oversohl, dpa

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