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    Berlin

    Kritik: Mit der Lizenz zum Blödeln

    Johnny English (Rowan Atkinson) hantiert unbeholfen mit einem Kugelschreiber. Lautlos löst sich ein Schuss. Die Chefsekretärin des britischen Geheimdienstes bricht scheinbar tödlich getroffen zusammen.

    Auch mit den Tücken eines mit Hi-Tech-Waffen ausgerüsteten Jaguars tut sich der Geheimagent schwer. Doch immerhin bedient Johnny den richtigen Auslöser - der lenkt ein Geschoss zielgenau in eine Blitzlichtanlage, die ihn zuvor beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit aufgenommen hat. Rowan Atkinson kehrt in "Johnny English" auf die große Leinwand zurück.

    John Malkovich als finsterer Bösewicht

    Besser bekannt als "Mr. Bean" schlüpft der englische Star-Komiker unvermittelt in die Rolle eines Top-Agenten des Secret Service, der den Raub der britischen Kronjuwelen verhindern soll. Der vermeintlich beste Geheimdienst der Welt sieht in "Johnny English" keinen anderen Ausweg mehr, als den in Geheimdienstaufgaben unerfahrenen Sachbearbeiter Johnny mit dem heiklen Job zu beauftragen - denn sämtliche zuvor ins Rennen geschickte Super-Spione wurden ins Jenseits befördert.

    Der finstere Franzose Pascal Sauvage (John Malkovich) plant jedoch nicht nur den Raub der edlen Klunker, sondern trachtet gleich nach dem Thron. Als König will der kriminelle Geschäftsmann, der weltweit kommerziell Gefängnisse betreibt, ganz Großbritannien in einen riesigen Knast verwandeln.

    Atkinson schreckt nicht vor einem Bad im Plumsklo zurück

    So legt sich Johnny mächtig ins Zeug. Schicke Cocktailpartys, die Reize schöner Frauen und schnelle Sportwagen betören den Blödian der Nation. Mit extremem Enthusiasmus und kindlicher Naivität stolpert Johnny mit seinem Partner Bough (Ben Miller) von einer Misere in die nächste. Seine Revolver versagen ihm den Dienst, bei rasanten Verfolgungsjagden mit seinem Jaguar gefährdet er alle, nur nicht die Bösewichter, und beim Erkunden eines geheimen Verlieses stürzt er in ein Plumpsklo und setzt die Verbrecherjagd von Fäkalien besudelt fort. Die Missgeschicke überspielt Atkinson mit seiner unverwechselbaren Komik und Mimik. Diesem skurrilen Charme kann sich selbst die Profi-Doppelagentin Lorna nicht entziehen. Sie meint, die wahren Fähigkeiten des Helden zu erkennen und kämpft fortan an seiner Seite.

    Parodie der historischen Rivalität zwischen England und Frankreich

    Nicht nur Mr.-Bean-Fans werden ihre wahre Freude an der James-Bond-Parodie haben. Manche Komikszenen hätte Regisseur Peter Howitt ("Sie liebt ihn - sie liebt ihn nicht") jedoch überspitzter drehen können. Der klassische britische Humor gerät hier und da etwas zu zurückhaltend. Dennoch vergehen die 90 Minuten wie im Flug. Neben Atkinson überzeugt vor allem Hollywood-Star Malkovich als düsterer Verbrecher mit Großmachtfantasien. Mit seinem aufgesetzten französischen Akzent gepaart mit betont arrogantem Auftreten parodiert er in bester Manier die historische Rivalität zwischen England und Frankreich.

    Michael Winckler, ddp

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