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Gibson

Kritik: Mel Gibson sitzt betend im Keller

Keiner in Hollywood hat einen so markigen Heldenblick wie Mel Aber auch der zeigt deutliche Anzeichen von Verwirrung, provoziert vom Anblick eines mysteriösen Kreises im riesigen Maisfeld des Farmers.

Gibson ist nämlich in dem neuen Film "Signs – Zeichen", der ab 12. September in den Kinos anläuft, dieser Mann namens Graham Hess, der zusammen mit seinen Kindern Morgan und Bo sowie Bruder Merril eine abgelegene Farm in Pennsylvania bewirtschaftet. Von nun an dreht sich alles darum: Wer hat den Kreis gezogen, was bedeutet er?

Geschickte Kameraführung lässt Angst miterleben

Das sind die Fragen, die das neue Werk von M. Night Shyamalan stellt. Shyamalan konnte mit dem Mystery-Thriller "The Sixth Sense" einen sensationellen Welthit landen und versucht nun weiter, seinem großen Vorbild Alfred Hitchcock nachzueifern. Der Anfang des von dem Amerikaner indischer Abstammung geschriebenen und inszenierten Streifens ist auch durchaus viel versprechend. Denn die sich steigernden Ängste der vier Menschen auf der Farm, ihre Verunsicherung überträgt sich dank der raffinierten Kameraperspektiven von Tak Fujimoto rasch auf die Zuschauer.

Diese bekommen einiges zu erfahren über den gottesfürchtigen Farmer Hess, der nach dem schockierenden Unfalltod seiner geliebten Frau seine Priestertätigkeit aufgegeben hat. Und bald wird auch klar, dass die mysteriösen Kornkreise in der ganzen Welt auftauchen und die Invasion der Außerirdischen ankündigen. Die vier tapferen Farmbewohner erfahren das aus aufgeregten TV-Reportagen. Doch des unheimlichen Feindes haben sie sich schon selbst zu erwehren. Dazu müssen sie sich in den Keller flüchten, um dort dem Ansturm der Aliens zu widerstehen.

Wenn der Feind ins Bild kommt, wird es lächerlich

Wie meist in Hollywood-Produktionen, in denen die Begegnung von Menschen mit außerirdischen Wesen gezeigt wird, geht es sehr gewaltsam zu. Der Schlussteil von "Signs – Zeichen" hat wahrlich kein Defizit an Brutalität, wohl aber eines an Plausibilität. Denn welches Problem sollte den intelligenten Invasoren mit haushoch überlegener Technik ausgerechnet eine alte Maisfarm mit vier Bewohnern bereiten, von denen auch noch zwei wehrlose Kinder sind? Shyamalan vertraut auf die suggestive Kraft der Bilder, auf die im ersten Teil durchaus gekonnt aufgebaute Atmosphäre von Angst und latenter Panik sowie das Charisma von Mel Gibson. Damit mag er bei einem Teil der Kinobesucher durchkommen.

Wieder Erwartungen nicht erfüllt

Wer allerdings das Geschehen etwas kritischer betrachtet, wird nicht ignorieren können, wie konstruiert das alles ist. Der Feind der vier Menschen auf der Farm bleibt nur so lange interessant, wie er nicht ins Bild kommt. Doch wenn er dann leibhaftig in Aktion tritt, geht es recht humbughaft und lächerlich zu in diesem Film. Shyamalan hat mit "The Sixth Sense" hohe Erwartungen geweckt, die er bereits in seinem Nachfolge-Werk "Unbreakable" nicht einlösen konnte. Auch mit "Signs – Zeichen", in den USA erfolgreich gestartet, kommt er nicht an den Debüterfolg heran. Es ist halt verdammt schwer, ein Hitchcock oder Spielberg zu werden.

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