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Kritik: Meisterhafte Bestseller-Verfilmung

Mit seinem Roman "The Hours" gelang Michael Cunningham ein Kunstgriff: Er setzte ein großes Stück Literatur – Virginia Woolfs 1925 erschienene "Mrs. Dalloway" – als zentralen Kern in das Leben dreier Frauen, deren Geschichte auf wundersame Weise durch die Romanfigur miteinander verknüpft ist.

Nun verfilmte Stephen Daldry Cunninghams pulitzerpreis-gekröntes Werk für die große Leinwand: Einfühlsam, wie man es von dem "Billy Elliot"-Regisseur erwarten durfte, und mit glänzenden Akteurinnen in den Hauptrollen. Ein Oscar, neun Nominierungen, zwei Golden Globes, drei Silberne Bären und zwei Bafta Awards – der Preisregen für das mitreißende Frauendrama spricht für sich.

London 1923: Woolf kämpft gegen Stimmen im Kopf

Richmond nahe London, 1923: Die psychisch angeschlagene Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman) kämpft gegen Stimmen in ihrem Kopf, gegen die Einsamkeit und mit dem ersten Satz ihres neuen Romans "Mrs. Dalloway".

L. A. 1952: Hausfrau liest ersten Satz eines Romans

Fast 30 Jahre später, 1952 in Los Angeles, liest Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore) eben diesen ersten Satz. "Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen... ."

New York heute: Lektorin kauft Blumen

In New York, im hier und jetzt, macht sich Lektorin Clarissa Vaughan (Meryl Streep) – von ihrem an Aids erkrankten Freund Richard (Ed Harris) seit Jahren nur Mrs. Dalloway genannt – auf den Weg, um Blumen für dessen letzte große Party zu besorgen.

Was verbindet die drei Frauen?

Drei Frauen, drei Schicksale, dreimal "Mrs. Dalloway": Was aber die Schriftstellerin mit der Hausfrau und der Lektorin verbindet, ist mehr als nur eine fiktive Figur. Es ist die Suche nach dem Sinn, der Kampf gegen die innere Leere, das Streben nach Glück und Ausgeglichenheit.

Zerrissenheit, Mutlosigkeit, Trauer, Verzweiflung

Zerrissenheit, Mutlosigkeit, Trauer, Verzweiflung. Die tiefen Gefühle der Protagonistinnen spielen sich in deren Inneren ab, was für Regisseur und Hauptdarstellerinnen zur besonderen Herausforderung wird. Das gesamte Team von "The Hours" aber meistert diese Leistung mit Bravour: Nicole Kidman gibt der berühmten Virginia Woolf mit nervösem Blick und gehetztem Gang die perfekte Aura einer Getriebenen. Julianne Moore verleiht der unglücklichen, depressiven Hausfrau, die mit dem Leben als Ehefrau und Mutter hadert, eine zutiefst beeindruckende, unausgesprochene Verzweiflung. Meryl Streep kehrt absolut nachvollziehbar den inneren Schmerz der so stark wirkenden Erfolgsfrau nach außen.

Trefflich besetzt bis in die Nebenrollen hinein

Bis in die Nebenrollen hinein (unter anderen Claire Danes, Toni Collette, Jeff Daniels und John C. Reilly) ist "The Hours" trefflichst besetzt, darüber hinaus stimmt die liebevolle Ausstattung bis ins kleinste Detail. Drehbuchautor David Hare ist es gelungen, Cunninghams Roman so zu strukturieren, dass drei Geschichten in drei Epochen an jeweils nur einem Tag exzellent nebeneinander bestehen können, ohne Verwirrung zu stiften. Mit "The Hours" ist allen Beteiligten wahrhaftig ein Kunststück gelungen.

Alexandra Pilz, ddp

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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