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Kritik: Matt Dillon in verzwickt-undurchsichtigem Thriller

Hamburg – An der Oberfläche ist Blue Bay ein Darunter jedoch verbergen sich Abgründe. In seinem Thriller "Wild Things" legt Regisseur John McNaughton spannende Machenschaften um Sex, Geld und Rache offen. Vom 20. August an darf in deutschen Kinos mitgerätselt werden, wie sich das Intrigenspiel entwirren läßt.

Wenn Schauspieler in einem Drehbuch darauf festgelegt werden im Hintergrund zu bleiben, muß die Geschichte eines Films schon hervorragend sein, um eine gute Besetzung verpflichten zu können. Genau aus diesem Grund konnte McNaughton für "Wild Things" gestandene Darsteller wie Kevin Bacon, Bill Murray, Matt Dillon und Theresa Russell sowie die Newcomerinnen Denise Richards und Neve Campbell ("Scream") gewinnen – obwohl die Charaktere und ihre Beweggründe lange im Dunkeln bleiben.

Das gefährliche Ränkespiel beginnt mit einer Anklage wegen Vergewaltigung. Der Lehrer Sam Lombardo (Dillon) steht im Kreuzfeuer – ist der angesehene Pädagoge tatsächlich zu so etwas fähig? Oder geht es hier um die aus dem Ruder gelaufene Schwärmerei eines High-School-Girls? Sein kautziger Anwalt Ken Bowden (Murray) paukt ihn raus. Doch getreu dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" zeigt Lombardo plötzlich eine ganz andere Seite. Er ist mit Kelly (Richards) und Suzie (Campbell), die ihn vor Gericht zerren ließen, bei neckischen Spielchen zu sehen.

Als Lebensgefährte der Hollywood-Sschauspielerin Cameron Diaz wiegelt Dillon im dpa-Gespräch natürlich ab: Die attraktiven Kolleginnen in den heißen Szenen seien gerade einmal ein klein wenig aufregender gewesen als der "Alligator". Auf gefräßige Aligatoren trifft der gereifte Ex-Filmrebell ("Rumble Fish", "Drugstore Cowboy") in "Wild Things", als er mit einem Boot durch die schwülen Sümpfen Floridas streift. "Ein Alligator hat mich schon ein wenig nervös gemacht, aber wenn ich in New York ins Taxi steige, ist das gefährlicher", behauptet Dillon, der bei einem Stunt mit einem Alligator fast einen Arm einbüßte.

Als in Blue Bay ein blutiger Mord passiert, stellt sich die Frage: Kann es sein, daß Sam Lombardo gar ein eiskalter Psychopath ist? Ob Freund oder Feind – jeder belügt jeden. Knifflig für die Schauspieler, denn sie spielen deshalb gewissermaßen in ihrer Rolle noch eine zweite Rolle. "Meine Figur ist am Ende eine völlig andere als zu Beginn des Filmes", mehr ist Matt Dillon im dpa-Gespräch dazu nicht zu entlocken. Trotz der vielen überraschenden Wendungen und der Häufung unvorhersehbarer List und Tücke bleibt "Wild Things" glaubhaft realistisch. Dennoch ist kaum anzunehmen, daß der Zuschauer beim Rätseln auf die vollständige Lösung kommt. Hilfestellung bietet der Abspann – also unbedingt sitzenbleiben!

Silvia Seipel, dpa

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