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    Kritik: MärchenKlamauk mit Otto

    Die «7 Zwerge» sind wieder da. Zwei Jahre war unklar, wie der märchenhafte Klamauk mit Otto Waalkes als Bubi und den anderen Zipfelmützenträgern weiter geht. Nun wollen es Bubi, Sunny, Tschakko, Cloudy, Speedy, Ralfie und Cookie dem Rumpelstilzchen zu zeigen.

    «Das Böse, das jeder kennt und dessen Namen dennoch niemand nennt» hat es in dem Kinospaß auf Schneewittchens Kind abgesehen. «Der Wald ist nicht genug» heißt die Fortsetzung der Märchenparodie, mit der Regisseur Sven Unterwaldt 2004 ein kleines Kinowunder landete. Wieder vereint er die erste Reihe der deutschen Comedy-Szene und das Mutter-Tochter-Duo Nina und Cosma Shiva Hagen.

    Mit von den Partie sind wie im ersten Teil auch Mirco Nontschew als Tschakko und Ralf Schmitz als Sunny sowie Hans Werner Olm als Spliss. Einiges ist passiert, seit «Männer allein im Wald» mehr als sechs Millionen Menschen in die Kinos lockte. So hat das herrlich unbedarfte Schneewittchen (Cosma Shiva Hagen) einen kleinen Jungen geboren und ist inzwischen allein erziehende Mutter. Nina Hagen als Schneewittchens böse Widersacherin von einst lebt nun als schauderhaft schöne Hexe mit Reibeisenstimme in einem Knusperhäuschen im Exil.

    Die Zwerge haben längst den Wald verlassen, um ihr Glück in der Stadt zu suchen. Und alles ist in bester Ordnung, bis der eitle Spliss - Schneewittchens feiger Ratgeber bei Hofe - im Wald das Rumpelstilzchen (Axel Neumann) trifft. Für goldene und volle Haarpracht verspricht der fast Glatzköpfige dem Rumpelstilzchen Schneewittchens Kind. Die entsetzte Mutter kann den Deal noch so verändern, dass sie 48 Stunden Zeit hat, den Namen des Ungetüms herauszufinden und so das Kind zu retten. Sie holt sich Zwergenhilfe. Obschon Bubi den Namen bereits kennt, aber nie ausreden darf, finden sich die Zwerge wieder zusammen und suchen nach dem Namen.

    Kinder waren bei den ersten Voraufführungen des neuen Abenteuers wie aus dem Häuschen, sangen den Zwergen-Song und sprangen immer wieder von den Sitzen. Die Handlung wirkt diesmal echter, der Look erinnert an die alten tschechischen und sowjetischen Märchenfilme. Die Szenen spielen im realen Harzer Wald, im Fachwerkambiente von Goslar, Wernigerode und Quedlinburg. Die Suche führt die Zwergenbande durch einen Spiegel auch in die Welt von heute, nach Hamburg, wo die Zipfelmänner erst mit dem Ampelsystem, dann mit dem Gesetz Probleme haben und im Gefängnis landen. Ohne es zu wissen, begegnen sie dem wandlungsfähigen Rumpelstilzchen mal als Udo Lindenberg, mal als böser Würstchenverkäufer und kommen stets knapp mit dem Leben davon.

    Das alles ist in 90 Minuten fast ohne Leerlauf untergebracht. Neben einigen rundum gelungenen Szenen und den stets jugendfreien Sketchen gibt es aber eben auch jede Menge platter Blödelei. Auch wenn die Macher nach eigenem Bekunden damit keine Kinogeschichte schreiben wollen, sie haben das längst getan: mit einer Kultstory (Drehbuch: Bernd Eilert, Waalkes und Unterwaldt), die erneut einen Ansturm von Fans erleben dürfte.

    Von Ulf Mauder, dpa

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