Kritik: Lügen haben lange Nasen

r wollte immer schon ein Mensch sein. Pinocchio, der als Disneyfigur 1940 das Licht der Kinowelt erblickte, ist seinem Ziel jetzt ein großes Stück näher gekommen:

Neben Hollywood-Stars aus Fleisch und Blut tapst er als Held aus Holz und modernster Tricktechnik durch üppige Kulissen.

Kaum geschnitzt, hüpft Pinocchio zu seinem Schöpfer Geppetto (Martin Landau) in die Wanne und übt sich im „Papa“-Sagen. Er versucht, wie eine Taube zu fliegen, und äfft auf der Straße Leute nach. Sein Learning-by-doing-Leben ist lustig – bis er in die Klauen des peperonifressenden, feuerspeienden Lorenzini (Udo Kier) gerät.

Der Film spielt, wo Collodi seinen Klassiker schrieb: im Italien des 19. Jahrhunderts. Mit düsteren Gemäuern, surrealen Rummel-plätzen – und natürlich einer Nase, die beim Lügen immer länger wird.

Copyright: TV TODAY, 1996