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Kritik: "Lebe lieber Ungewöhnlich" – Ewan McGregor und Cameron Diaz

dpa

Düsseldorf (dpa) – Sie sind das neue, junge Traumpaar der Leinwand: Ewan McGregor, der britische Senkrechtstarter, und das schöne Glamour-Girl Hollywoods, Cameron In der Liebeskomödie "Lebe lieber ungewöhnlich" von Danny Boyle entdecken die beiden nach einigen Schwierigkeiten ihre Liebe zueinander.

Dabei liegen Welten zwischen ihnen: Robert (McGregor) ist ein schusseliger und verträumter Raumpfleger, in dessen Leben einfach alles schief läuft. Von der Freundin wegen eines Aerobic-Trainers verlassen, feuert ihn sein Chef, weil ein Roboter seinen Job übernehmen soll. Celine (Diaz) ist ein verwöhntes und arrogantes Millionärstöchterchen, dessen Lieblingszeitvertreib darin besteht, mit einem Revolver einen Apfel vom Kopf ihres Butlers zu schießen. Die Wege der beiden kreuzen sich, als Robert aus Rache die Tochter seines Chefs, nämlich Celine, entführt.

Wie schon in der Junkie-Ballade "Trainspotting" spielt McGregor in "Lebe lieber ungewöhnlich" den Anti-Helden und ewigen Verlierertypen – und das überzeugend. Der Zuschauer nimmt dem strubbeligen Kerl in verwaschenem Hemd und Turnschuhen ab, daß er ein völlig überforderter Entführer ist, der vergißt, Lösegeld zu fordern und der beim Anblick eines Tropfen Bluts in Ohnmacht fällt. Auch Cameron Diaz, die zuletzt in "Die Hochzeit meines besten Freundes" als unbedarfte Eheanwärterin überzeugte, füllt die Rolle der zickigen Celine aus. Doch bleibt ihr Wandel vom kaltherzigen, weiblichen Wilhelm Tell zur einfühlsamen Liebenden letztlich unglaubwürdig.

Sein rasantes Tempo erhält der Film durch zwei eigenwillige Engel, die vom Himmel beauftragt worden sind, Robert und Celine miteinander zu verkuppeln. Mit gar nicht engelhaften Methoden verfolgen Holly Hunter und Delroy Lindo als Kopfgeldjäger die beiden Widerspenstigen, zwischen denen es einfach nicht funkt. Dabei sorgen die engagierten Himmelsboten für manch komischen Effekt.

Das international erfolgreiche Trio Danny Boyle (Regie), John Hodge (Drehbuch) und Andrew Macdonald (Produktion) gilt inzwischen als Expertenteam für groteske, britisch-schräge Filme. Mit der in Utah gedrehten Produktion "Lebe lieber ungewöhnlich" ist ihnen nach der düsteren Gangsterkomödie "Kleine Morde unter Freunden" (1994) und dem nachtschwarzen "Trainspotting" (1996) eine heitere Liebeskomödie gelungen.

Das Werk knüpft auf moderne Weise an die Tradition der Screwball- Komödien der 30er Jahre an, zeigt sich aber mit seinem typisch britischen Humor bissiger und unsentimentaler. In Großbritannien hat der Film in den ersten beiden Monaten nach dem Start (Ende Oktober 1997) 5,2 Millionen US-Dollar eingespielt.

Von Marion Trimborn, dpa

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