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Kritik: Komödie über PatchworkFamilienkonflikte

Die Mutter ist im Schweinehimmel – gestorben bei der Geburt ihres zehnten Ferkels. Sohn Rudi, das schönste junge Borstenvieh im Koben, fühlt sich einsam und träumt von der Freiheit.

Und weil er tatsächlich ein Urenkel vom berühmten «Rennschwein Rudi Rüssel» ist, nutzt er seine Chance und büxt aus – um dann vom neunjährigen Nickel (Maurice Teichert) nach einem Schulausflug mit nach Hause genommen zu werden: So macht Drehbuchautor und Regisseur Peter Timm («Go Trabi Go», 1990) den Weg frei für die Fortsetzung seiner Erfolgskomödie von 1995.

Auch «Rennschwein Rudi Rüssel 2 – Rudi rennt wieder» bietet wieder muntere, Star-besetzte Familienunterhaltung, bei der es für Groß und Klein etwas fürs Leben zu lernen gibt. Rudi landet nämlich von einem Schweinestall im nächsten: in der chaotischen Altbauwohnung eines Mathematikprofessors (Sebastian Koch, «Das Leben der Anderen»), der den neunjährigen Nickel nach dem Tod seiner Frau allein großzieht.

Doch nun hat er sich in eine geschiedene Kinderärztin (Sophie von Kessel) verliebt und möchte mit ihr und ihrer zwölfjährigen Tochter Feli (Sina Richardt) eine neue Familie gründen. Nickel ist darüber ebenso entsetzt wie die von ihm verabscheute Feli. Wie alle dank Rudis tatkräftiger Unterstützung am Ende zueinander finden, davon erzählt Timm frei nach

dem Kinderbuch von Uwe Timm (nicht verwandt).

Waren es beim ersten «Rudi»-Film Mitte der neunziger Jahre noch Ulrich Mühe und Iris Berben, die sich als Filmeltern mit der Arbeitslosigkeit des Vaters herumplagten, so haben heute Koch, von Kessel und ihre Filmkinder Probleme einer Patchwork-Familie zu bewältigen. Wie im ersten Teil lässt sich auch an Timms neuer Komödie lernen, dass zu jeder Konfliktlösung entsprechende Kommunikation gehört.

Der Vater und Professor ist dafür das negative Beispiel, weil er seinem Sohn aus moralischer Feigheit seine Heiratspläne zu lange verschweigt. Der Spaßfaktor kommt im Film aber ebenfalls nicht zu kurz. Fraglich bleibt allerdings, ob das solide gemachte Werk an den Kinokassen wieder so einschlagen wird wie der preisgekrönte Teil eins, der eine Million Kinobesucher lockte.

Ulrike Cordes, dpa

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Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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