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    Wendepunkt seines Lebens

    Kritik: Kevin Costner zwischen Weitermachen und Aufhören

    Der Baseball-Star Billy Chapel steht am Er ist kaum von einer Verletzung genesen, seine langjährige Freundin hat ihn gerade verlassen, und eigentlich gehört er mit seinen 40 Jahren aufs Altenteil.

    Während des wichtigen letzten Spiels seiner Mannschaft, der Detroit Tigers, das zum Saisonende im berüchtigten New Yorker Yankee-Stadion stattfindet, lässt er die Vergangenheit Revue passieren. Rückblenden erzählen die Stationen seiner Beziehung zur Journalistin Jane und seiner Karriere, zwei Dinge, die sich immer schwerer vereinbaren ließen.

    Zu Anfang wundert man sich noch, wieso ein millionenschwerer Sportler die Muße hat, während eines Spiels so schwer wiegende Probleme zu wälzen. Und auch am Ende hat man von Baseball nur so viel verstanden, dass die Mannschaftsmitglieder dabei zu 90 Prozent der Spielzeit auf dem Feld herumstehen. Nur die Cheer-Leader scheinen bei diesem Spiel richtig ins Schwitzen zu kommen und vielleicht noch das Publikum, das auf den Rängen ab und zu aufspringt und schon mal mit Bierdosen wirft. Es mag zutiefst ignorant klingen, aber dieser Film gehört eindeutig zur Kategorie "amerikanische Sportarten, mit denen uns das Kino quält".

    Das ist um so bedauerlicher, als der Versuch von Chapel, ein "perfektes Spiel" zu spielen, den beziehungsreichen Rahmen dieses über zweistündigen Films bildet, wobei man die einzelnen Spielzüge - Chapel ist "Pitcher", was bedeutet, dass er einen kleinen Ball auf eine Person der gegnerischen Mannschaft wirft, den diese mit einem riesigen Handschuh fangen muss - überhaupt nicht versteht. Chapel, in seiner Frustration über seine Mannschaft, die verkauft werden soll, und über seine Freundin, die ihm telefonisch den Laufpass gegeben hat, will wenigstens einmal ein legendäres Spiel bestreiten, das in die Annalen der Sportgeschichte eingehen soll.

    Dramaturgisch durchaus geschickt wechseln sich die Würfe, die in Zeitlupe und in völliger Stille stattfinden, mit inneren Monologen und Szenen einer Beziehung ab, die von beiderseitigen Ängsten geprägt ist. Da ist Jane, allein erziehende Mutter, die anfangs gar nicht weiß, welche Berühmtheit sie vor sich hat. Da sind die kleinen Krisen mit ihrer pubertierenden Tochter, Eifersüchteleien, gemeinsame Urlaube. Wie ein Wiederaufguss des letzten erfolgreichen Costner-Films "Message in a Bottle" wirkt die Konstellation. Wieder ist Costner der perfekte Mann, gut aussehend, überirdisch nett, und dazu noch gut verdienend.

    Auch männliche Zuschauer bekommen ein Identifikationsangebot, denn Chapel, ist zugleich der harte, willensstarke, wortkarge und einsame Wolf, der auch im vorgerückten Alter kaum Hüftspeck hat. Das ist genau das Problem des Films: niemand glaubt auch nur eine Sekunde daran, dass dieser Mann nicht ALLES bekommt: das perfekte Spiel und die perfekte Frau. Glück im Spiel, Glück in der Liebe. Und deshalb will trotz verschachtelter Flashbacks und ausgefeilter Kameraarbeit beim "pitchen" keine Spannung aufkommen, selbst wenn man die Baseball-Regeln durchschaut.

    Birgit Roschy, AP

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