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    Kritik: Kevin Bacon brilliert als geistig Behinderter

    Harriet wünscht sich nichts sehnlicher, als aus ihrem langweiligen Leben auszubrechen. Am liebsten wäre es der Zehnjährigen, wenn ein Ufo sie abholen und in eine andere Welt bringen würde. Sie arbeitet an einem Erdtunnel, den sie bis nach China graben will, um vielleicht dort einen verständnisvollen Menschen zu treffen. Weil sich keiner ihrer Wünsche erfüllt, zieht sie sich in eine Traumwelt zurück, zu der weder ihre ständig betrunkene Mutter noch ihre männermordende Schwester Gwen Zutritt haben.

    Harriets Leben ändert sich, als sie den geistig behinderten Ricky trifft. Der 30jährige steigt gemeinsam mit seiner Mutter Leah in dem ländlichen Motel ab, das Harriets Mutter führt. Die beiden verstehen sich sofort, denn sie sind Außenseiter, - und das verbindet. Gemeinsam schmieden sie Pläne, ihr Leben grundsätzlich zu ändern. Ricky, der auf Harriets geistigem Niveau ist, fürchtet sich vor dem Heim, in das ihn seine Mutter bringen will.

    Harriet ereilt ein Schicksalsschlag: Sie verliert ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall und ist von nun an auf Gwen angewiesen. Kurz nach dem Tod der Mutter erklärt sie Harriet, daß sie ihre leibliche Mutter ist. Gwen war 16, als sie Harriet bekam und überließ die Erziehung ihrer Mutter. Für die Zehnjährige bricht eine Welt zusammen. Sie lehnt Gwens Zuneigung ab und findet bei Ricky Trost. Aber es ist keine Verbindung mit Garantie auf Happy-End.

    "Träume bis ans Ende der Welt", ab dem 15. Oktober in den Kinos, ist ein meisterhaft gemachter, gefühlvoller Film mit brillanten Hauptdarstellern. Kevin Bacon stellt sich in der Rolle des geistig behinderten Ricky eine neue Herausforderung, die er mit Bravour meistert. Auch Evan Rachel Wood ist in der Rolle der ewig träumenden Außerseiterin Harriet sehr glaubwürdig und ergreifend. Regisseur Timothy Hutton verzichtet in seinem Streifen auf großartige Effekte und Pomp. Statt dessen setzt der 38jährige Oscar-Preisträger auf viel Gefühl und schauspielerisches Können.

    Hutton versteht es, seine Hauptdarsteller trotz etlicher heikler Situationen, in die sie verwickelt werden, bis zur letzten Minute des Films sympathisch und gleichzeitig sehr verletzbar erscheinen zu lassen. "Träume bis ans Ende der Welt" ist ein sehenswerter Film, den sich all diejenigen nicht entgehen lassen sollten, die im Kinoerlebnis mehr suchen als Aktion, Gewalt und Sex.

    Susann Huster, AP

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