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Kritik: Kein gewöhnlicher Liebesfilm

Sicher, es ist ein Film über die Suche nach Liebe, aber einen "gewöhnlichen Liebesfilm" bringt der italienische Regisseur Mimmo Calopresti nun beileibe nicht in die Kinos. "Ist Liebe nur ein Wort?" fragt der zweite Spielfilm des Dokumentarfilmers, in dem die 30jährige Angela (Valeria Bruni Tedeschi) nach dem Mann ihres Lebens fahndet.

Immer wieder hörte der italienische Regisseur Mimmo Calopresti vor allem Frauen bei Gesprächen über die Liebe zu. "Und dieses kleine Geheimnis des Lebens – 'Wie lerne ich einen geliebten Menschen kennen und wie erkennt man ihn als solchen?' – begann mich zu fesseln", sagt der 43jährige. Die Idee für seinen neuesten Film war geboren.

Die Protagonistin Angela (Valeria Bruni Tedeschi) ist einsam und von Freundinnen umgeben, die nur über Beziehungsprobleme reden. Zugleich hat die junge Frau gravierende psychische Probleme, was dem Film zuweilen eine etwas drückende Stimmung verleiht. "Ich bin 30 und tue nichts... ich habe es nicht nötig zu arbeiten", erzählt Angela ihrem Psychoanalytiker. "Würden Sie gerne arbeiten?" "Ich würde mich gerne verlieben", gesteht die Frau aus wohlhabender Familie.

Als sie zufällig vor dem Haus ihres Therapeuten (gespielt vom Regisseur selbst) in Rom dem Cello-Lehrer Marco begegnet, glaubt Angela, ihre Liebe gefunden zu haben. Der gutaussehende Mann in den Vierzigern trägt einen Pullover in ihrer Lieblingsfarbe Rot. Seine Hausnummer ist ihre Glückszahl. Frauen verleite ein Hang zum Irrationalen dazu, den Mann fürs Leben erkennen oder ihn gar wiedererkennen zu wollen, glaubt Calopresti. Bei Angela hat sich die Mystifizierung von Farben, Zahlen und Zeichen gar zu einer fixen Idee entwickelt, mit deren Hilfe sie ihr Leben zu kontrollieren sucht.

Auch ihr Verliebtsein, das Calopresti aber keineswegs als krankhaft darstellt, ist nicht gerade von Leichtigkeit geprägt. Anstatt direkt auf Marco (Fabrizio Bentivoglio) zuzugehen, schickt sie ihm anonym japanische Kurzgedichte. "Es ist die Liebe, die Menschen heilt", lautet eines davon. Doch Marco kommt lange Zeit nicht auf den Gedanken, daß die Zeilen von der schüchternen Frau stammen könnten, die er nur ein paar Mal getroffen und kaum wahrgenommen hat. Vielmehr glaubt er, sie kämen von einer Schülerin, die er seinerseits mag.

So zeigt Calopresti in seinem Film auch, wie schnell Mißverständnisse entstehen und wie leicht die Menschen einfache Dinge verkomplizieren, sobald die Liebe im Spiel ist. Am Ende kommen Marco und Angela sich zwar näher. Doch ob Angela wirklich geliebt und geheilt werden wird, läßt der Film, in dem auch Gerard Depardieu eine Gastrolle spielt, offen.

Nathalie Waehlisch, dpa

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