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Kritik: Kate Hudson zeigt, was Männer hassen

Andie Anderson (sehr blond, sehr sexy: Kate Hudson) ist Kolumnistin des New Yorker Hochglanzmagazins "Composure". Die ehrgeizige Journalistin hat es gründlich satt, über Schuhe, Botox-Behandlungen und Orgasmus-Strategien zu berichten.

Benjamin "Ben" Barry (Matthew McConaughey) arbeitet in einer Werbeagentur und träumt von der ganz großen Kampagne. In einer schicken Cocktailbar treffen die Protagonisten der romantischen Komödie "Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen" aufeinander. Und das ist kein Zufall.

Andie mutiert zur neurotischen Zicke

Denn Andie soll im Auftrag ihrer Chefredakteurin Lana (zynisch und eiskalt: Bebe Neuwirth) eine Kolumne über typisch-weibliche Beziehungsfehler schreiben: Sie hat zehn Tage Zeit, einen Mann zu finden, ihn zu umgarnen und dann wieder loswerden – eine Art Feldversuch am lebenden Objekt: Ben.

Nachdem sie den Werbestrategen also in einer Bar aufgegabelt und becirct hat, mutiert Andie zunehmend zur neurotischen Zicke mit einem schier unerschöpflichen Repertoire an Verhaltensweisen, die Männer in den Wahnsinn treiben können: Sie schenkt Ben einen "Liebesfarn" und dreht durch, als er die Pflanze eingehen lässt. Sie dekoriert seine Wohnung um, platziert Teddys auf dem Designersofa und Enthaarungscreme im Bad. Sie lässt seine Pokerparty platzen, heult grundlos, kichert haltlos. Doch Ben hält durch. Denn was Andie nicht weiß: Der smarte Geschäftsmann hat einen eigenen Auftrag. Um einen wichtigen Werbeetat zu bekommen, muss er dafür sorgen, dass sich eine Frau innerhalb von zehn Tagen in ihn verliebt. Seine Leidensfähigkeit ist daher genauso groß wie sein Ehrgeiz.

Am Höhepunkt des Martyriums steht ein Celine Dion-Konzert

Wer mit dem Gedanken spielt, in diesen Film zu gehen, sollte sich vorher eine Frage stellen: Mag ich romantische Komödien? Für Genrefans gilt: Nichts wie rein, denn Regisseur Donald Petrie ("Miss Undercover", "Ein verrücktes Paar") liefert einen geradezu perfekten Vertreter dieser Gattung. Alle anderen lassen es besser. Die nicht enden wollenden und häufig albernen Variationen des Themas "Was Männer hassen" können schnell auf die Nerven gehen. Als Andie ihren Ben schließlich – als Höhepunkt seines Martyriums – in ein Celine Dion Konzert schleift, mag manchem Zuschauer der Gedanke kommen, sie hätte ihn ebenso gut in den hier besprochenen Film zwingen können.

Es sind die Schauspieler, die für die stellenweise anstrengende und klischeegeladene Story entschädigen: Kate Hudson – seit ihrer Oscarnominierung für "Almost Famous" nicht mehr bloß die Tochter von Goldie Hawn – spielt die beiden Andies überzeugend: Die selbstbewusste Journalistin ebenso wie die überdrehte Zicke. Matthew McConaughey ("Herrschaft des Feuers", "Wedding Planner") gelingt es, Bens Leidensweg komisch und gleichzeitig Mitleid erregend darzustellen: Er zeigt, mit welch eiserner Disziplin und unbeugsamem Willen der Ehrgeizling seine Karrierepläne und damit die Beziehung zu Andie verfolgt.

Beim ersten Kuss kommt Romantik auf

Als im Film der erste aufrichtige Kuss zwischen Andie und Ben fällt, kommt tatsächlich Romantik auf. Außerdem bestätigt die Liebeskomödie einen von vielen Frauen lang gehegten Verdacht. Andie, die mit ihren Eskapaden eigentlich die schlimmsten weiblichen Dating- Fehler veranschaulichen will, beweist eigentlich nur eines: Es gibt Frauen, die alles falsch machen können und trotzdem bleibt der Typ bei der Stange. Andie Anderson ist eine davon.

Kerstin Nacken, dpa

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