Kritik: Katastrophen und Fügungen

Die meisten Menschen haben keine Geschichte. Das Leben widerfährt ihnen; und da sie auch keine Sprache haben, um das, was ihnen geschieht, in Worte zu fassen, können sie auch nichts von sich erzählen. Wie also sollten sie eine Geschichte haben? Doch gerade solche Leute sagen dann: 'Was ich erlebt habe, darüber könnte man einen Roman schreiben.' Über sie hat Peter Handke sich lustig gemacht im Nachmittag eines Schriftstellers: sie hätten einfach zu wenig Phantasie, um dem ungeordneten Leben einen Sinn zu geben. Aber nur darum erzählen sich die Menschen Geschichten: Um im Leben, von dem sie ahnen, daß es sinnlos ist, einen Sinn zu finden.

Lesezeit: 4 Minuten
Jetzt weiterlesen

Sie sind bereits Abonnent der Zeitung und haben noch keine Zugangsdaten? Hier kostenlos registrieren

 

Alle Angebote im Überblick.

Fragen? Wir helfen gerne weiter:
Telefonisch unter 0261/9836-2000 oder per E-Mail an: aboservice@rhein-zeitung.net