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einen Koffer

Kritik: John Frankenheimers macht`s spannend

Eine Gruppe ehemaliger Geheimdienstler jagt Quer durch Frankreich ziehen sie eine Spur der Verwüstung, zetteln einen Auto-Crash nach dem anderen an. Auch der ehemalige CIA- Agent Sam (Robert de Niro) verdingt sich als Söldner und riskiert sein Leben, ohne auch nur zu ahnen, was sich in dem Koffer verbirgt. In dem amerikanischen Thriller "Ronin", der am 3. Dezember in Deutschland anläuft, ist mit Geld sogar die Neugier zu stillen.

Trotz rasanter Verfolgungsjagden und wilder Schießereien sei "Ronin" letztlich kein Action-Film, sagt Regisseur John Frankenheimer. "Es ist vor allem ein Drama." Der 68jährige Amerikaner ("Der Gefangene von Alcatraz", "Grand Prix") nimmt mit viel Fingerspitzengefühl die persönlichen Beziehungen unter die Lupe, die sich zwischen den Ex-Agenten entwickeln. Von Anfang an gärt es in der von Mißtrauen beherrschten Zweckgemeinschaft. Gefühle sind hier ebenso fehl am Platze wie große Worte.

Vieles wird bei diesem intelligent gemachten Thriller in der Schwebe gehalten. Woher die Spezialisten kommen, wohin sie gehen, bleibt ebenso im Dunkeln wie der Inhalt des umkämpften Koffers. "Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint", beschreibt es der Regisseur. Der Film hat ihm nach etlichen Leinwand-Flops - zuletzt "Die Insel des Dr. Moreau" mit Marlon Brando – endlich wieder einen Erfolg an den amerikanischen Kinokassen gebracht.

Wie üblich ist Robert de Niro brillant in der Rolle des Ex-Agenten Sam, der sich rasch als Mann mit Überblick und Sinn für Ironie erweist. Ihm zur Seite steht eine starke Mannschaft, die mit Schauspielern wie Natascha McElhone, Jean Reno oder Jonathan Pryce großartig besetzt ist. Ihrem Spiel ist es zu verdanken, daß Freunde des psychologischen Thrillers ebenso auf ihre Kosten kommen wie die Fans purer Action. Für die Rolle der russischen Eis-Diva Natascha Kirilova hat Frankenheimer Katharina Witt vor die Kamera geholt. Pünktlich zum Deutschland-Start ihres Kino-Debüts feiert die Eiskunstläuferin ihren 33. Geburtstag.

Mit 180 Sachen hat Frankenheimer sein Team durch die engen Gassen von Nizza gejagt und durch die Tunnels von Paris, ohne auch nur einen digitalen Trick: Alles sollte möglichst echt aussehen. Natascha McElhone, die derzeit auch an der Seite von Jim Carrey in "Die Truman Show" zu sehen ist, hat diese Stunts sehr genossen. Während der schlimmsten Szene – einem haarsträubenden Unfall – habe sie allerdings ununterbrochen geredet, um die Angst zu vertreiben, erzählt sie. McElhone, die seit "Mein Mann Picasso" als aufsteigender Star in der Filmszene gilt, spielt eine unangepasste mutige Irin und hat ihre Rolle offensichtlich genossen: "Es ist ungewöhnlich für eine weibliche Figur, daß es ihr völlig egal ist, was man über sie denkt."

Gunda Achterhold, dpa

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