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Kritik: Irland und die große Liebe

Fortschrittliche Amerikaner, rückständige Iren, absurde Balzrituale und die Macht der Liebe sind die Zutaten, die Regisseur Mark Joffe ("Cosi") in "Heirat nicht ausgeschlossen" ("The Matchmaker") zu einer romantischen Komödie mixt. Nach ihrem Achtungserfolg neben Uma Thurman in "Lügen haben lange Beine" steht die US-Komikerin Janeane Garofalo diesmal allein im Mittelpunkt eines Films, der vom 23. April an in den deutschen Kinos zu sehen ist.

Aus dem fernen Boston kommt Marcy (Janeane Garofalo) nach Irland, um im Auftrag ihres Arbeitgebers Senator McGlory Ahnenforschung zu betreiben. Ausgerechnet zu dieser Zeit wird im sonst beschaulichen Dörfchen Ballinagra ein Festival für Heiratsvermittlungen ausgerichtet. Da sich während des Festivals alles um die Partnersuche dreht, glauben weder die Einheimischen noch die heiratswütigen Männer, daß Marcy nicht auf der Suche nach einem Heiratskandidaten ist.

Schon gar nicht der geschäftstüchtige alte Heiratsvermittler Dermot. Der Fachmann in "Herzensangelegenheiten" setzt seinen ganzen beruflichen Ehrgeiz daran, auch für Marcy den Passenden zu finden. Der Ehestifter sucht ausgerechnet Sean (David O'Hara) aus, der Marcy gleich mit seinem unverschämten Lachen auf die Nerven ging und mit dem sie sich bereits giftige Wortgefechte geliefert hat.

Es sind diese Momente, in denen der Film anklingen läßt, weshalb Comedy-Queen Garofalo von ihren Fans so sehr geliebt wird: Sie vereinigt Ehrlichkeit und beißenden Sarkasmus mit einem herzerwärmenden Lächeln, das mit dem von Julia Roberts konkurrieren kann. Obwohl Janeane alias Marcy keine Schönheit und Sean kein Traumprinz ist, bahnt sich zwischen den beiden etwas an. Allerdings hat der – selbst unverheiratete – Kuppler mit den Widerspenstigen noch eine Menge Arbeit. Großstadtpflanze Marcy – und der Zuschauer - lernen dabei so ganz nebenbei die Schönheit Irlands kennen.

"Heirat nicht ausgeschlossen" läßt Klischees von lebenslustigen Iren und ungeduldigen Handy-abhängigen Amerikanern aufeinanderprallen und bemüht sich am Rande, einige davon auf liebenswürdige Weise als solche zu entlarven. Die Botschaft des Films ist dennoch eine altbekannte: Wichtig ist, das Herz am rechten Fleck zu haben anstatt auf Äußerlichkeiten Wert zu legen.

Auf gutaussehende Schauspieler mochte Regisseur Joffe in seiner Romantikkomödie dennoch nicht verzichten: Declan (Paul Hickey) sieht besser aus als sein Bruder Sean und Sean's Ex-Frau Moira (Saffron Burrows) verwöhnt das Auge des Betrachters – im Gegensatz zur 155 cm kleinen Garofalo – mit Modelmaßen.

Erwartungsgemäß gibt es für Marcy – trotz zahlreicher Verwicklungen – ein zuckersüßes Happy-End. Das irische Dörfchen Lisdoonvarna, das tatsächlich alljährlich im September Schauplatz eines solchen Festivals ist, hat damit beste Chancen zur Trauminsel aller Singles zu avancieren.

Silvia Seipel, dpa

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