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    Kritik: "Indiana Jones" trifft Disney

    Der verspielte, harmlose Charme ist Vergangenheit

    Die Forschungstour wird zu einem effektvollen Abenteuer-Trip und mixt wissenschaftliche Neugierde mit Action, Konflikten und einer kleinen Love-Story.

    "Wir wollten einfach gern mal ein Fantasy-Abenteuer im Stil von "Indiana Jones" machen", erzählt Don Hahn, der für Disney schon eine beeindruckende Reihe von Erfolgen wie "Der König der Löwen", "Die Schöne und das Biest" oder "Ein Königreich für ein Lama" realisiert hat. "Und Atlantis ist für Animationsfilmer natürlich ein wunderbares Thema", sagt Hahn. "Niemand weiß wirklich etwas Konkretes. Wir haben viel recherchiert, um die Idee mit Visionen zu füllen. Wir haben sogar einen Sprachwissenschaftler darum gebeten, für uns eine Sprache des Atlantis-Volkes zu entwickeln."

    In dieser ambitionierten Form ist "Atlantis" sicher auch ein Experiment zum 100. Geburtstag des Konzerngründers Walt Disney. "Die Zielgruppe von "Atlantis" ist etwas älter als sonst bei unseren Animationsfilmen", erklärt Hahn. Das Team um Hahn und Regisseur Gary Trousdale hat eine komplette atlantische Welt im breiten Cinemascope- Format erschaffen, die der junge und bisher erfolglose Wissenschaftler Milo mit einer zwielichtigen Reisegruppe entdeckt. Die Handlung spielt im Jahr 1914. Das ermöglicht den Produktionsdesignern, die Leinwand mit einer Menge fantastischer, archaisch anmutender Maschinen-Monstren zu füllen.

    Milo erhält von einem steinreichen Freund seines verstorbenen Vaters ein altes Buch, das den Weg nach Atlantis weisen könnte. Der alte Exzentriker stellt auch ein riesenhaftes U-Boot bereit mitsamt einer abgebrühten Crew. Vor allem dieses Abenteurer-Team überzeugt mit humorvoll ausgearbeiteten Charakteren und Typen - die in der deutschen Version auch fabelhaft synchronisiert sind.

    Tatsächlich entdeckt Milo unter Wasser nicht nur ein paar alte Scherben und Gemäuer, sondern ein wunderschönes Land mit Luft zum Atmen. Das Volk der Atlanter siecht jedoch dahin, weil es den Schlüssel zu seiner Energiequelle - geheimnisvollen Kristallen - verloren hat. Milo verliebt sich in Kida, die Tochter des sterbenden Königs von Atlantis, und verhilft ihrem Volk zu neuer Kraft. Alles könnte gut werden - wäre da nicht der U-Boot-Kapitän, der ganz handfeste finanzielle Interessen mit dem Trip verbindet und die Kristalle rauben will, um sie zu verkaufen.

    "Atlantis" bietet gute Typen, eine atemberaubende Animation und gerade zum Schluss rasante Verfolgungsjagden. Doch gerade die etwas älteren Zuschauer ab zehn Jahren sehen das vielleicht lieber nicht im Zeichentrickformat, sondern mit neuen visuellen Effekten und echten, schwitzenden Schauspielern. Und die Fans der klassischen Disney-Filme werden den verspielten, harmlosen Charme ihrer Lieblingsfilme vermissen.

    Karin Zintz, dpa

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